
Die Lebenswelt junger Menschen ernst nehmen
Ein Lied von Billie Eilish eröffnete zu Beginn einen besonderen Zugang zur Gefühlswelt vieler Jugendlicher. In ihrem Song ilomilo heißt es:
„…it’s cold. Show me the way home…
Hurry, I’m worried… I don’t wanna be lonely.“
Die Themen sind: Verlustangst, Einsamkeit, Unsicherheit und die Sehnsucht nach Nähe. Der große Erfolg der Künstlerin zeigt, wie sehr diese Fragen eine Generation prägen. Für die Begleitung junger Menschen bedeutet das: Wer glaubwürdig von Gott sprechen möchte, muss wissen, was Jugendliche beschäftigt – und bereit sein, genau hinzuhören und zu verstehen.

Hinhören – auch über den kirchlichen Kontext hinaus
Ein zentrales Element des Kurses waren Interviews mit 30 Personen aus dem eigenen Umfeld, die wenig Kontakt zur Kirche haben. Die Teilnehmenden führten diese Gespräche im Vorfeld und brachten ihre Erfahrungen nach St. Arbogast mit. Im gemeinsamen Austausch entstand ein vielschichtiges Bild:
Deutlich wurde: Es gibt so viele Wege zu Gott, wie es Menschen gibt.

Grundhaltungen, die tragen
Im Kurs wurde immer wieder sichtbar, dass missionarisches Handeln nicht zuerst eine Methode ist, sondern eine Haltung. Entscheidend sind jene Haltungen, die Jesus selbst vorgelebt hat: zuhören, trösten, ermutigen, verzeihen, befreien, heilen, klarstellen, berufen. Mission beginnt nicht mit fertigen Antworten, sondern mit echtem Interesse an jedem einzigartigen Menschen. Papst Franziskus hatte das so gesagt: „Gottes Liebe gilt nicht nur einem Grüppchen – nein, allen. Alle, alle, ohne Ausnahme.“ Dieses tutti, senza eccezioni wurde zum Leitmotiv der Tage. Es erinnert daran, dass das Evangelium niemanden ausschließt.
Was habe ich zu sagen?
Darüber hinaus beschäftigte sich die Gruppe mit grundlegenden Fragen der Glaubenskommunikation: Was sind die „Good News“ – und für wen? Was habe ich persönlich zu sagen? Wie unterschiedlich stehen Menschen zu Sinn- und Glaubensfragen? Und wie kann ein vertrauensvoller Dialog gelingen? Dabei wurde spürbar: Kirche wird dort glaubwürdig, wo sie gastfreundlich ist und bereit, aus der Begegnung mit jedem einzelnen Menschen zu lernen.

Der Kurs Mission Possible wurde von der Akademie für Dialog und Evangelisation entwickelt und wurde an den beiden Tagen von Otto Neubauer und Maja Schanovsky begleitet. Ziel ist eine pastorale Arbeit, die den Dialog in zahlreichen sehr konkreten Projekten vom Zeltcafé am Kirchplatz bis zum „Talk über Gott und Geld im Casino“ einübt und so den Menschen eine Auseinandersetzung mit dem Evangelium anbietet. Mission Possible ist als Buch, aber auch als Online-Kurs verfügbar.