
Kurz zur Einordnung: Wer ist Willow Creek?
Willow Creek Deutschland ist ein überkonfessionelles christliches Netzwerk, das Leitungskräfte in Kirchen und Gemeinden unterstützt. Es fördert Gemeindeentwicklung, Leiterschaft und eine zeitgemäße, missionarische Kirche – unter anderem durch Kongresse wie die Leadershipkonferenz, in die wir heuer hineingeschnuppert haben.

1. Erneuerung beginnt bei mir
Kirchenerneuerung beginnt immer zuerst bei mir selbst. Berufung und Quelle sind nicht dasselbe. Wer nur aus seiner Berufung lebt, beutet sich irgendwann aus. Eine wichtige Frage ist: Woraus speise ich mich eigentlich? Oder zugespitzt: „Frag dich mal – wie geht es Gott eigentlich mit dir und deinen Gewohnheiten?“
2. Krise: Mehr als nur ein Problem
In Krisenzeiten stellen wir oft nur eine Frage: Wie lösen wir das Problem? Doch es gibt eine zweite, tiefere Frage: Was zeigt sich unter dem Problem? Zwei Phasen der Problemlösung wurden beschrieben:

3. Kirche als Ort der Verinnerlichung
Wie kommen wir zu mehr Innerlichkeit?
Sind unsere Gemeinden Orte für Entschleunigung auch für unsere Mitarbeitenden?
Zwei Leitfragen für unsere pastorale Arbeit:
_ Was können wir beitragen, damit Menschen runter kommen vom Gas und sich die Frage nach Sinn und Erfüllung stellen?
_ Wie helfen wir Menschen, ihre Stärke – ihre „Superkraft“ – zu entdecken?
Ein interessanter Gedanke zur Kommunikation: „Das Medium selbst ist die Botschaft.“ Der Medientheoretiker Marshall McLuhan zeigte auf: Ein Medium prägt Erinnerung, Moral, Identität und Zeitgefühl. Auch unsere kirchlichen Gebäude (alle in der Bank verräumt) senden Botschaften – manchmal stärker als Worte. Gute Gemeindeentwicklung braucht viele kleine Kreise und Partizipation – viel Selbsterkenntnis und Austausch – nicht nur Bühne oder klare Ansage von vorne.
4. Wie Gemeinden blühen?
Sechs Felder, an denen man das Blühen einer Gemeinde erkennt:

5. Leitung neu denken
In der aktuellen Kirchenentwicklung verändert sich die Rolle der Hauptamtlichen. Sie werden mehr und mehr zu Ermächtigern, Begleitern und Ausbildnern.
Und eine ehrliche Leitungsfrage bleibt: Warum passiert es selbst guten Leitern immer wieder, dass sie sagen: „Ich schicke euch meinen besten Mann oder meine beste Frau.“ ...und dann kommen sie selber und nehmen alles selber in die Hand. Wie lernen wir diese Geschichte mit dem Zutrauen?
6. Unsere Ausgangslage – und eine Ermutigung
Wir leben in der haftpflichtversichertsten, eingecremtesten, abgesichertsten Gesellschaft aller Zeiten. Und dennoch bleibt die Sehnsucht nach Sinn.
Mal ganz quer gedacht: Worauf sind wir als Pfarrgemeinde eigentlich nicht angewiesen? Vielleicht dürfen wir das Mangel-Mantra ja auch hinter uns lassen.
Und vielleicht gilt gerade jetzt: Kirche vor Ort – Kirche im Kleinen – lass dich ja nicht einfach abschaffen, denn wir wussten eigentlich immer schon, dass unsere Pfarrgemeinden eher zu groß als zu klein sind.
Martin Fenkart