
Ach, es ist nicht leicht mit der Kirche und der Zukunft. Zu alt, zu wenig, zu langsam. Meint man und darüber könnte man natürlich leicht in Trübsinn verfallen. Muss man aber nicht. Denn es gibt Geschichten zu erzählen. Gute Geschichten. Von Menschen jeden Alters, die sich engagieren – in der Kirche. "Neu.Land!" ist dafür, wenn man so will, „nur“ die Dachmarke, unter der viele kleine und größere Initiativen Neues neben Vertrautem entstehen lassen, ohne das eine gegen das andere auszuspielen.
Die Pfarre Dornbirn-Rohrbach ist zum Beispiel so ein Ort. Gemeindeleiter Alfons Meindl ruft dort regelmäßig mit seinem Team die „Rohrbach Challenge“ aus. Der (Pfarr)Gemeinde wird eine Aufgabe gestellt. Wird sie gemeinsam geschafft, gibt es eine lustige Zusatzaufgabe für Pfarrer und/oder Gemeindeleiter. Damit bewegen Alfons Meindl und sein Team einiges – von Lebensmittelkörben bis zur Schultaschenaktion.
Die Pfarre Altach ist auch so ein Ort. Dort ist Pastoralassistentin Heidi Liegel aktiv. Glaube sei für sie wie „der Glitzer im Leben“ – und diesen Glitzer trägt sie weiter, reaktiviert die Sternsinger, macht Hausbesuche, geht einfach auf die Bedürfnisse ihres Gegenübers ein. „Beteiligende Leitung“ ist ihr Schlüssel, mit dem sie vielen den Zugang zu Glauben neu aufschließt.
Menschen wie Alfons und Heidi gibt es einige. Man findet sie zum Beispiel bei DiveIn (der Glaubenserfahrung für junge Erwachsene) und dem Church Plant in Hohenems, auch am Marktplatz 4 (dem neuen Basislager für Berufungspastoral und Junge Kirche in Feldkirch) sind sie anzutreffen. Nach der Firmung navigieren sie mit „Navigate“ in Richtung Glaubens-Zukunft. Und der „Bergpfarrer“, der bringt auf Social Media sowieso Gott, die Menschen und die Berge zusammen. Während die Macher rund um "Finding Purpose" Vorarlberg zeigen, wie gut Glaube und Sport zusammenpassen, macht man sich im Pfarrverband Langenegg, Lingenau und Krumbach mit „Was gloubscht du“ gemeinsam auf den Weg, radelt mal zum Landeswallfahrtstag nach Rankweil, organisiert Diskussionsabende und macht sich ein anderes Mal zur Sonnenaufgangswanderung auf. Was allen diese Geschichten gemeinsam ist? Sie werden getragen von vielen, von Einzelnen, von Gruppen, von ganzen Pfarren. Sie heißen Anette, Lukas, Tanja, Elias, Mona oder Jakob. Sie sind da. Das ist gut. Sie alle sind Menschen, die „die Kirche“ (bzw. den Glauben) noch lange nicht abgeschrieben haben. Im Gegenteil, sie machen was. Aus dem, was da ist, mit denen, die da sind.
Martin Fenkart und sein Neu.Land!-Team bringen sie zusammen und erzählen ihre Geschichten weiter. Frei nach dem Impuls-Vortrag des evangelischen Dekans von Konstanz, Markus Weimer. Denn es reiche für eine Kirche eben nicht, das Neue nur zu wollen, solange niemand damit beauftragt und somit auch unterstützt werde.
Zukunft ist ein Probierfeld. Ideen gibt es genug. Neu.Land-Entdecker:innen auch. Die Zukunft kann kommen.
Veronika Fehle