
Vor fast zehn Jahren haben wir begonnen, neue Wege in der Firmpastoral zu beschreiten. Schritt für Schritt stellen die Pfarren auf das höhere Firmalter von 17+ um. Inzwischen haben bereits 68 der 126 Pfarren diesen Weg vollzogen, weitere 29 befinden sich in der Umstellungsphase. Aus einer klassischen Sakramentenvorbereitung wächst dabei eine neue Erfahrung: Junge Menschen stellen uns offen ihre Glaubens- und Lebensfragen.
Die Erfahrungen machen Mut. Für das Jahr 2026 werden rund 1.400 Firmlinge erwartet. Begleitet werden sie von rund 350 meist ehrenamtlichen Firmbegleiterinnen und Firmbegleitern, die Zeit, Herzblut und Glaubenserfahrung investieren.
Bei der Firmtagung in St. Arbogast haben wir darüber gesprochen, worauf es künftig ankommt: Junge Menschen sollen gesehen, verstanden und gefördert werden. Sie sollen den christlichen Glauben persönlich entdecken, Freundschaften knüpfen, ihre Talente entfalten und erfahren, dass sie die Welt mitgestalten können.
Gleichzeitig richtet sich der Blick auf jene Menschen, die Jugendliche begleiten. Wir wünschen uns in vielen Pfarren Firmteams mit 18 – 30jährigen, die sich für andere Jugendliche einsetzen. Natürlich braucht es dafür auch erfahrene Erwachsene im Hintergrund. Vor allem aber braucht es Beziehungen, Gemeinschaft, gegenseitiges Interesse und Freundschaft.

Das Bild zu diesem Artikel bringt diese doppelte Bewegung zum Ausdruck: Jugendliche und Firmteams (Firmbegleiter:innen im Bild blau umrandete Figuren) sind gemeinsam unterwegs. Auf diesem gemeinsamen Weg werden Fragen gestellt, Beziehungen geknüpft, Begabungen entdeckt und verborgene Diamanten zum Strahlen gebracht. Aus Freundschaft wächst Vertrauen. Aus Talenten entsteht Engagement. Aus Gemeinschaft erwächst Verantwortung für Kirche, Gesellschaft und die Welt.
Wir nennen diese Vision „Firmpastoral Next Level“. Dahinter steht kein zusätzliches Programm, sondern eine einfache Hoffnung: dass die Firmvorbereitung jungen Menschen Jesus näher bringt, Zugehörigkeit schenkt und sichtbar macht, wer tiefer in den Glauben hineinwachsen, Verantwortung übernehmen und auch nach der Firmung in christlicher Gemeinschaft weitergehen möchte.
Wo beginnt Aufbruch? Dort, wo Menschen andere mit ihrer Begeisterung anstecken. Pfingsten erinnert an einen Satz des heiligen Augustinus:
„In dir muss brennen, was du in anderen entzünden willst.“