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Frieden

Weltweite soziale Ungerechtigkeit, Ausbeutung von Ressourcen, Umweltzerstörung, wachsende Kluft zwischen Arm und Reich, ökonomische Ausbeutung und politische Unterdrückung führen zu einer jährlich steigenden Anzahl an Kriegen und bewaffneten Konflikten. Die Austragung gewaltsamer Konflikte findet hauptsächlich auf dem Rücken der Zivilbevölkerung statt. Frauen sind von Kriegsfolgen im Besonderen betroffen. Sie erleben sexuelle Gewalt, verlieren ihre Existenzgrundlage und sind mit einem drastischen Rückgang der Gesundheitsversorgung konfrontiert.

 

Entgegen verbreiteter Vorstellungen sind Frauen in Krisensituationen nicht unsichtbar oder nur Opfer, sondern nehmen aktiv führende Positionen ein und treiben den Wiederaufbau voran. Frauen sind häufig als Vermittlerinnen zwischen Kriegsparteien aktiv. Sie sind oft ein wichtiger Teil von Friedensallianzen, halten soziale Netzwerke und Verbindungen mit dem „Feind“ aufrecht oder sind nach Beendigung des Konfliktes die ersten, die solche Kontakte wieder aufnehmen. Frauen sind nicht die besseren oder friedlicheren Menschen, aber sie agieren in anderen sozialen Rollen. Sie tragen in fast allen Gesellschaften die Verantwortung für Kinder und andere Familienangehörige. Frauen haben im Konfliktfall nichts zu gewinnen, aber umso mehr zu verlieren. Die Kriegsfolgen wie Hunger, Krankheiten oder Vertreibung sind vor allem innerhalb des Privaten, dem traditionellen Verantwortungsbereich der Frau, zu spüren. Oft sind es daher gerade Frauen, die in Postkonfliktgesellschaften auf zivilgesellschaftlicher Ebene aktiv werden, um sich für Friedens- und Versöhnungsprozesse, Bildungs- und Gesundheitsprogramme, Menschenrechte, Umweltschutz etc. einzusetzen.

 

Frieden ist kein gegebener Zustand, sondern vielmehr das Ergebnis von konfliktverhindernden oder konfliktlösenden Handlungsstrategien. Wenn die Waffen ruhen bedeutet dies noch lange nicht, dass Frieden herrscht. Frieden, verstanden in der Verwirklichung von sozialer Gerechtigkeit, muss also ständig ausverhandelt und erarbeitet werden.

 

Innerhalb staatlicher Institutionen und der konventionellen Politik fällt es Frauen hingegen oft schwerer, Handlungsspielräume zu erschließen und an offiziellen Friedensverhandlungen teilzunehmen. Hier sitzen Männer in den zentralen Positionen, da sie aufgrund ihrer Geschlechtszugehörigkeit noch immer tendenziell leichteren Zugang zu gesellschaftlichen und politischen Entscheidungspositionen haben. Gerade institutionalisierte Friedensprozesse sind jedoch von großer Bedeutung für eine Neugestaltung der Geschlechterverhältnisse, da hier die Friedensbedingungen und der Zugang zu Macht und Ressourcen neu organisiert und verteilt werden.

 

In den Sustainable Development Goals (SDGs), die im September 2015 von der Generalversammlung der UNO verabschiedet wurden, werden im Ziel 16 alle Länder dazu aufgefordert, friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung zu fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz zu ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufzubauen. Das Ziel 5 der SDGs widmet sich der Erreichung der Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Mädchen und Frauen. In den Unterzielen wird zum Beispiel eine Beendigung jeglicher Form von Gewalt gegen Frauen gefordert sowie die Sicherstellung der vollen und wirksamen Teilhabe von Frauen und ihrer Chancengleichheit bei der Übernahme von Führungsrollen im politischen, wirtschaftlichen und öffentlichen Leben.

 

Die kfb unterstützt durch ihren Verein teilen spendet zukunft Frauen in Guatemala, die sich für Frauenrechte in Konflikt- und Post-Konflikt-Gesellschaften einsetzen. Mehr dazu erfahren Sie hier: AMOIXQUIC

Von Jakob Lorenzi
Veröffentlicht am 21.10.2026
Organisationsstelle: Kommunikation
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