Frauengesundheit ist mehr als medizinische Versorgung – sie ist ein Spiegel gesellschaftlicher Ungleichheiten.
„Ausgrenzung, Diskriminierung und Machtmissbrauch verletzen Menschen nicht nur seelisch, sondern auch körperlich und spirituell. Gerechtigkeit ist daher keine politische Forderung am Rande, sondern eine grundlegende Voraussetzung für Gesundheitsförderung.“ so die Vorsitzende der kfb Österreich Mag.a Angelika Ritter-Grepl.
Weltweit sehen sich Frauen mit strukturellen Benachteiligungen konfrontiert, die ihren Zugang zu Gesundheitsversorgung erschweren. Frauen leisten nach wie vor den überwiegenden Teil der Sorge-, Pflege- und Hausarbeit, was zu einer hohen Mehrfachbelastung und einem erhöhten Risiko für körperliche sowie psychische Erkrankungen führt. Frauen sind auch häufiger in Teilzeit beschäftigt, oft bedingt durch unzureichende Betreuungsangebote, und stärker von sozioökonomischen Benachteiligungen oder Altersarmut betroffen.
Biologische und geschlechtsspezifische Unterschiede bei Krankheitsverläufen und Risiken werden im Gesundheitssystem noch immer ungleich berücksichtigt, was gezielte Prävention und Vorsorge erschwert. Männer und Frauen unterscheiden sich biologisch, nicht zuletzt aufgrund von Hormonen und unterschiedlicher Anatomie. Frauen leiden auch bei einigen Erkrankungen unter anderen Symptomen, Krankheiten verlaufen bei ihnen anders und sie sprechen anders auf Behandlungen an. Die langjährige Einseitigkeit in der Medizin hat dazu geführt, dass Frauen häufiger Fehldiagnosen erhalten und Medikamente nicht so gut vertragen. Zudem werden ihre Schmerzen oft nicht so ernst genommen wie die von Männern. Sie erleben öfters unsensibles Verhalten durch Ärzt*innen und eine Verharmlosung ihrer Beschwerden. Der Fokus auf Männer in der medizinischen Forschung ist historisch bedingt und wirkt aber noch bis heute nach.
Die Chancen für ein Leben in Gesundheit sind ungleich verteilt. Es braucht daher politische Maßnahmen, Aufklärung und eine Stärkung der Rechte von Frauen, um Chancengleichheit für Frauen herzustellen: im Bereich Gesundheit wie auch in allen anderen Lebensbereichen.
„Eine Gesellschaft, die gesund sein will, muss nicht nur in Medizin investieren, sondern auch in Bildung, Solidarität, Gleichwürdigkeit, Frieden und Spiritualität.“ so Angelika Ritter-Grepl.