
Von Othmar Lässer, Diözesankonservator
Das Werk von FLATZ umfasst unter anderem Performances, Skulpturen, Fotografien, Installationen und multimediale Projekte. Bekannt ist er vor allem durch spektakuläre Aktionen, bei denen er häufig seinen eigenen Körper als künstlerisches Material einsetzt. Dabei setzt er sich mit Themen wie Schmerz, Gewalt, Identität, gesellschaftlichen Grenzen und der Beziehung zwischen Künstler und Publikum auseinander. Am Beginn dieser aufsehenerregenden internationalen Karriere standen eine Goldschmiedelehre in Feldkirch, der Dienst als Ministrant und Vorbeter - sowie ein Auftrag von Pfarrer Pfefferkorn.
Wolfgang Flatz beschreibt in einer Mailnachricht (Erlaubnis des Künstlers zur Veröffentlichung) seine Verbindung zu Levis und die Entstehung des Kelches so:
"ja ...der Kelch und meine Verbindung zur Pfarre Levis sind mir lebhaft in Erinnerung…in meiner Kindheit und frühen Jugend war ich ca. 10 Jahre Ministrant und Vorbeter in der Pfarrkirche (in der Alten wie in der Neuen) - diese Zeit war für mich eine prägende Phase in meinem Leben. ...zu Pfarrer Pfefferkorn hatte ich bis zu seinem Ableben (im Jahre 2019) ein überaus reges freundschaftliches Verhältnis. …nach meiner Goldschmiedelehre in Feldkirch (Josef Latzel) erhielt ich ein Begabtenstipendium und studierte in Graz Metalldesign ...in meiner Studienzeit bat mich Pfarrer Pfefferkorn um den Entwurf eines neuen Kelches. …ich realisierte den Entwurf …es war mein erster künstlerischer Auftrag … deswegen ist er in meinem Zentralgedächtnis positiv abgespeichert…"
Der Kelchfuß ist in Form zweier massiv in Bronze gegossener Hände gestaltet. Diese halten in ihrer Mitte die Trinkschale (Cuppa) aus Silber. Das erste öffentliche Werkstück von Wolfgang Flatz zeugt schon von seiner eigenwilligen Gestaltungskraft und seiner Auffassung der Kunst als körperliches Geschehen. Die ausdrucksstarke Symbolik der geöffneten, gebenden Hände erinnert an das göttliche Geschenk der eucharistischen Gaben. Christus schenkt sich ganz den Menschen. Er begibt sich körperlich in ihre Hände und macht sich dadurch be- und angreifbar. Das sich vorbehaltlose Schenken ist eine radikale Geste der Liebe – verwirklicht im Lebensopfer Christi.


Die Feiern der Erstkommunion in diesen Wochen in unseren Pfarrgemeinden laden von Neuem ein, in diese Liebesgemeinschaft mit Christus einzutreten.
Besuchs-Tipp: FLATZ-Museum in Dornbirn
Die mehrteilige Serie "Ans Licht gebracht" macht verborgene Schätze aus dem diözesanen Archiv sichtbar.
Teil 1: Fasching vor 200 Jahren
Teil 2: Das Fastentuch im Marianum