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"Schluss mit der Selbstvergötterung!"

Leo XIV. mahnt Staats- und Regierungschefs zur Beendigung der Kriege in Nahost und weltweit und fordert "Vereinigung der moralischen und geistlichen Kraft aller, die heute an den Frieden glauben"

 

 

Mit eindringlichen Worten hat Papst Leo XIV. die Staats- und Regierungschefs zur Beendigung der Kriege in Nahost und weltweit aufgerufen. "Haltet ein! Es ist Zeit für den Frieden!", rief er ihnen am Samstagabend im Petersdom zu. "Setzt euch an den Tisch des Dialogs und der Vermittlung, nicht an die Tische, an denen die Aufrüstung geplant und tödliche Maßnahmen beschlossen werden!"

Die Friedensvigil, zu der der Papst am Ostersonntag eingeladen hatte, versammelte über 8.000 Gläubige im Petersdom, weitere warteten im Freien auf dem Petersplatz. Im Rahmen eines Rosenkranzgebets mit Meditationen aus der Tradition der Kirchenväter entzündeten Vertreter verschiedener Kontinente Kerzen als Zeichen der Hoffnung. Im Zentrum stand eine Statue der "Regina Pacis", der Friedenskönigin.
 

Erschüttertes Gleichgewicht

Leo XIV. zeichnete in seiner Ansprache ein alarmierendes Bild der Weltlage. Das Gleichgewicht in der Menschheitsfamilie sei "schwer erschüttert", sagte er. Überall seien Drohungen zu hören, während der Ruf nach Dialog und Begegnung verstumme. Sogar der Name Gottes werde missbraucht, "für Todesreden" herangezogen. Bereits zuvor hatte der Papst betont, dass Gott keine Konflikte segne und Gläubige nicht auf der Seite derer stehen könnten, "die Bomben abwerfen".

Besonders bewegend sprach der Papst über das Leid von Kindern in Kriegsgebieten. "Wenn man ihre Briefe liest, erkennt man angesichts ihrer Unschuld das ganze Grauen und die Unmenschlichkeit", sagte er und appellierte: "Hören wir auf die Stimme der Kinder!"

Mit scharfen Worten wandte sich der Papst gegen Machtstreben und Selbstüberhöhung. "Wer seine Macht zum Götzen macht, dient dem Tod", warnte er. "Schluss mit der Selbstvergötterung und mit der Vergötzung des Geldes! Schluss mit der Zurschaustellung von Macht! Schluss mit dem Krieg!" Wahre Stärke zeige sich hingegen im Dienst am Leben.
 

Gebet als "wirkungsvollste Antwort"

Zugleich hob Leo XIV. die Kraft des Glaubens hervor. Bereits "ein Fünkchen" oder "Krümelchen Glaube" genüge, um gemeinsam als Menschheit "dieser dramatischen Stunde der Geschichte zu begegnen". Das Gebet sei dabei kein Rückzug, sondern "die selbstloseste, umfassendste und wirkungsvollste Antwort auf den Tod". Es verbinde die begrenzten Möglichkeiten des Menschen mit den unendlichen Möglichkeiten Gottes.

Wie schon seine Vorgänger erinnerte Leo XIV. an die Verantwortung der politischen Entscheidungsträger und zitierte Johannes Paul II. mit dessen Mahnung "Nie wieder Krieg!". Zugleich betonte er, dass auch die Zivilgesellschaft gefordert sei. Es gelte, die "moralische und geistliche Kraft von Millionen, ja Milliarden von Männern und Frauen" zu vereinen, die an den Frieden glauben, Wunden heilen und den Folgen des Krieges entgegentreten.
 

Mosaik des Friedens

Das Gebet verpflichte dazu, auch das eigene Denken und Handeln zu verändern, so der Papst weiter. Jeder Mensch habe "seinen Platz im Mosaik des Friedens". Es brauche eine Kultur der Begegnung, die Polemik und Resignation überwinde.

Abschließend rief Leo XIV. dazu auf, neu an die Kraft von Liebe, Mäßigung und verantwortungsvoller Politik zu glauben und sich persönlich einzubringen. Die Kirche verstehe sich dabei als "Volk im Dienst der Versöhnung und des Friedens". Sein eindringlicher Schlussappell lautete: "Möge der Wahnsinn des Krieges ein Ende finden!"

Bei der gut einstündigen Feier im Petersdom wurde der Rosenkranz gebetet. Danach hielt der Papst seine Ansprache. Seiner Initiative zum Gebet für den Frieden parallel zu den Verhandlungen für ein Ende des Irankriegs hatten sich weltweit zahlreiche Kirchen und Organisationen angeschlossen, darunter auch in Österreich.

 

(kathpress.at)

Veröffentlicht am 13.04.2026
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