
Die Gründe liegen eher in der mittelalterlichen liturgischen Zeitrechnung: Der charismatische Ordensgründer und radikale Prediger von Frieden und Armut, der am Ende seines rund 44-jährigen Lebens schon zahllose Anhänger hatte, starb an jenem Samstagabend "nach Sonnenuntergang". In der mittelalterlichen Kirche begann der liturgische Tag mit der Vesper am Vorabend. Franziskus' Tod in der Nacht zum 4. Oktober zählte daher schon zur Feier des Sonntags.
Der Leichnam des Schöpfers des "Sonnengesangs" wurde in einer feierlichen Prozession von der Portiuncula-Kapelle in Assisis heutiger Unterstadt zur Kirche San Giorgio überführt. Die Franziskaner unterscheiden zwischen seinem "Transitus", dem "Heimgang", während der 4. Oktober sein eigentliches liturgisches Fest ist. Seit 1230 befindet sich sein Grab in der Franziskus-Basilika in Assisis Oberstadt.
Bereits am 16. Juli 1228, knapp zwei Jahre nach seinem Tod, wurde Franziskus von Papst Gregor IX. heiliggesprochen. Seither ist der 4. Oktober als Franziskusfest belegt.
Franziskus gilt als überaus populärer Heiliger mit Strahlkraft über die Kirche hinaus. Für Italien, dessen Schutzpatron er ist, wurde der 4. Oktober erstmals seit 1977 wieder zum arbeitsfreien Feiertag erklärt. Allerdings kommt dies erst 2027 zum Tragen, wenn das Fest auf einen Montag fällt.
Sechs Frauen- und Männerorden berufen sich heute auf Franziskus, darunter Franziskaner, Kapuziner und Klarissen. In der aktuellen Päpstlichen Ordensstatistik der Männerorden rangieren die Franziskaner-Minderbrüder (OFM) auf Platz drei mit 11.468 Mitgliedern, gefolgt von den Kapuzinern (OFM Cap) mit 9.685 Brüdern. Franziskaner-Konventuale (OFM Conv) belegen den zehnten Platz mit 3.817 Brüdern.
Zum Vergleich: Der Augustinerorden, dem Papst Leo XIV. angehört, belegt mit 2.341 Mitgliedern den 18. Rang der Statistik. Die franziskanischen Frauenorden weltweit zählen laut Schätzungen bis zu 100.000 Mitglieder.
(kathpress.at)