
Programme wie „Navigate“ oder auch die Erwachsenenfirmung zeigen, dass die Entscheidung für einen Glauben vielfach später, aber sehr bewusst getroffen wird. Das Erwachsenenfirm-Angebot der Katholischen Kirche Vorarlberg ist hier einer der Gradmesser. Zweimal im Jahr bereiten sich im Schnitt 10-12 Erwachsene auf ihre Firmung vor. Die Gründe, für das spätere „Ja“ zum Glauben sind verschieden. Das Pat:innenamt ist einer davon, aber nicht der einzige. Oft wird Glaube einfach später im Leben wichtig.
Mehr einbeziehen, stärker mitreden
Das höhere Firmalter, die Vorarlberger Pfarren befinden sich gerade in der Umstellungsphase auf das Firmalter 17+, zeigt ein ähnliches Bild. Viele Pfarren erreichen „Firmquoten“ von 80-90%. 1233 junge Erwachsene wurden 2025 in Vorarlberg gefirmt. Begleitet wurden sie dabei von 247, meist ehrenamtlich tätigen, Helferinnen und Helfer. „Die Vorbereitung auf die Firmung, die Fragen, die sich die jungen Erwachsenen in dieser Zeit stellen, sind ganz andere, als man sie sich mit zwölf Jahren stellen würde“, betont Generalvikar Hubert Lenz, der heuer selbst in 11 Pfarren als Firmspender unterwegs war.
Das höhere Firmalter zieht schließlich auch die Frage nach dem „Und dann?“ nach sich. „Navigate“ ist an dieser Stelle ein Programmangebot an alle frisch Gefirmten ab 17, die ihren Glauben vertiefen wollen. „Navigate“ verbindet hier sportliche Elemente und Kreatives mit Teamerlebnissen und Glaubensfragen.
Die Zahl der Taufen blieb 2025 mit 1869 Täuflingen und die Zahl der Erstkommunionen mit 2205 innerhalb der Schwankungsbreite stabil. 82 Taufkandidat:innen waren bei der Taufe zwischen sieben und 14 Jahren alt, 23 waren älter als 14 Jahre.
Austritte weiterhin rückläufig – Eintritte steigend
2025 sind insgesamt 3357 Menschen aus der Kirche ausgetreten, um 13% weniger als im Vergleich zum Vorjahr. Die Austritte sind also weiterhin rückläufig, während die Zahl der Wiedereintritte und Eintritte mit 227 Frauen und Männern, die neu in der Katholischen Kirche begrüßt werden konnten, stetig steigen. Auch die Zahl der Widerrufe, also die Zurücknahme des Austritts innerhalb der ersten drei Monate, ist 2025 von 17 auf 25 gestiegen.
Synodal heißt gemeinsam
Die Zahlen der Kirchenstatistik pendelten sich 2025 auf stabilem Niveau ein. Ein Schwerpunkt in der Arbeit vor Ort wurde auf eine stärkere Einbindung der Menschen vor Ort gelegt. Ein Weg, der mit der synodalen Ausrichtung der Katholischen Kirche in Vorarlberg weitergegangen wird.
„Wir erleben in Vorarlberg viele Menschen, die sich mit Herz, Zeit und vielfältigen Talenten und Fähigkeiten für ihre Pfarren und für andere engagieren. Eine synodale Kirche möchte dieses Engagement weiter stärken, Menschen Verantwortung zutrauen und ihnen Raum geben, Kirche vor Ort mitzugestalten. So können wir gemeinsam das in die Welt tragen, wofür Jesus steht und was unsere Welt gerade heute so dringend braucht: Menschenfreundlichkeit, Hoffnung, Gerechtigkeit, Schöpfungsverantwortung, Versöhnung und Leben in Fülle.“
Mitbestimmung auch beim Kirchenbeitrag
Mitbestimmt werden kann auch im Bereich des Kirchenbeitrags. 50% davon können nämlich zweckgewidmet werden. Die Bildungshäuser, die Telefonseelsorge, die Hospiz oder auch das Ehe- und Familienzentrum sind nur einige Einrichtungen und Initiativen, die dadurch direkt unterstützt werden.
"Die Zweckwidmung macht die Vielfalt des kirchlichen Lebens sichtbarer und gibt Menschen die Möglichkeit, gezielt jene Angebote zu unterstützen, die ihnen besonders wichtig sind. Für die Einrichtungen ist die finanzielle Unterstützung auch ein starkes Zeichen der Anerkennung und Verbundenheit. Wir freuen uns, dass wir mit der Zweckwidmung diese Auswahlfreiheit schaffen und somit die persönliche Mitbestimmung stärken können", betont Andreas Weber, Finanzkammerdirektor der Diözese Feldkirch.
Mitbestimmung, Partizipation, eine stärkere Einbindung der Einzelnen und eine spätere und oft bewusstere Entscheidung für den Glauben sind die inhaltlichen Ankerpunkte, die aus den Zahlen der Kirchenstatistik 2025 sprechen. Sie werden weiter verstärkt und ausgebaut und das Profil der Kirche in Vorarlberg in den nächsten Jahren prägen.
Mehr Infos zum Zweckwidmen?
Weitere Informationen zu den Einrichtungen und Institutionen, die unterstützt werden können, unter www.kath-kirche-vorarlberg.at/kirchenbeitrag bzw. bei der Kirchenbeitragsstelle in Dornbirn (T 05522 3485 7000, kirchenbeitrag@kath-kirche-vorarlberg.at).
Die Zahlen im Überblick
Jahr Austritte Taufen (Wieder)Eintritte Widerrufe Firmungen
2025 3357 1869 227 25 1233
2024 3856 1938 139 17 1052
2023 4439 2040 137 32 934
Jahr Hochzeiten Begräbnisse Priester Diakone PastAss
2025 328 2212 98 21 76
2024 372 2238 100 21 69
2023 423 2144 104 21 50
Gesamtzahl der Katholik/innen in Vorarlberg
(jeweils resultierend aus dem Saldo „Eintritte/Austritte/Taufen/Sterbefälle“):
2025: 203.741
2024: 207.933
2023: 212.496
Das Budget im Überblick
2024: 32,7 Millionen Euro: 88,9% Kirchenbeitrag; 10,5% Staatliche Wiedergutmachung; 0,6% Sonstige Einnahmen
2025: 33,7 Millionen Euro: 87,2% Kirchenbeitrag; 11,6% Staatliche Widergutmachung;1,2% Sonstige Einnahmen
2026: 35 Millionen Euro: 87,5% Kirchenbeitrag; 11,3% Staatliche Widergutmachung; 1,2% Sonstige Einnahmen
Ausgaben-Aufteilung
55% Pfarren (direkte personelle und finanzielle Unterstützung; Bauvorhaben) – 26% pastorale Einrichtungen (z.B.: Hospiz, St. Arbogast, Jungschar, Telefonseelsorge, Junge Kirche, EthikCenter) – 19% Verwaltung und Kirchenbeitrag



