
Für viele Menschen ist eine ruhige Nacht selbstverständlich. Für die 39 Mitarbeiter*innen der Caritas Ukraine, die auf Einladung der Österreichischen Bischofskonferenz eine Woche in Vorarlberg verbrachten, ist sie etwas Besonderes. Sie kommen aus Odessa, Cherson, Saporischschja und weiteren Regionen des Landes, in denen Luftalarm, Drohnenangriffe und die Folgen des Krieges zum Alltag gehören. Die Sozialarbeiter*innen, Psycholog*innen und Betreuer*innen begleiten täglich Kinder, Menschen mit Beeinträchtigung, ältere Menschen, Familien und Binnenvertriebene.
Für eine Woche tauschten sie ihren herausfordernden Alltag gegen Ruhe und Erholung in Vorarlberg. Das Bildungshaus Batschuns wurde dabei für kurze Zeit zu einem Ort der Entlastung. Ausflüge an den Bodensee, in die Berge und zu verschiedenen Orten im Land schufen Abstand vom belastenden Alltag.
Diese Woche ist mehr als Urlaub für uns“,
sagt Pater Volodymyr, der die Gruppe als Dolmetscher und Begleiter unterstützt. „Wir können hier zur Ruhe kommen, neue Kraft schöpfen und erleben, dass unsere Arbeit gesehen und geschätzt wird.“
Wie wichtig diese Auszeit ist, zeigt ein Blick auf die Lebensrealität der Gäste. „In der Ukraine begleitet uns ständig eine App, die vor Drohnenangriffen warnt. Manchmal dauert der Alarm die ganze Nacht“, erzählt eine Teilnehmerin. „Hier können wir endlich wieder eine ganze Nacht ruhig durchschlafen. Das ist für uns ein großes Geschenk.“

Die Caritas Vorarlberg hat gemeinsam mit Freiwilligen ein abwechslungsreiches Programm organisiert. Die Gäste lernten Vorarlberg bei Ausflügen nach Bregenz, Feldkirch, Dornbirn und in den Bregenzerwald kennen, genossen eine Schifffahrt auf dem Bodensee, besuchten die Alpe Laterns und erhielten Einblicke in verschiedene Einrichtungen der Caritas Vorarlberg. Eine Freiwillige, die die Gruppe während der Woche begleitete, erzählt:
Nach wenigen Tagen wurde wieder viel gelacht und gesungen. Man hat richtig gespürt, wie die Anspannung nachgelassen hat.“
Für Caritasdirektor Walter Schmolly ist der Aufenthalt vor allem ein Zeichen der Wertschätzung: „Unsere Kolleginnen und Kollegen in der Ukraine leisten seit Jahren Außergewöhnliches und Großartiges. Sie unterstützen unmittelbar hinter der Frontlinie Menchen, die weniger mobil und besonders vulnerabel sind – Kinder, ältere Menschen, Personen mit Beeinträchtigungen. Sie bringen Hilfe und Hoffnung in einer Gegend, wo die Verzweiflung das Leben bestimmt. Es war uns ein großes Anliegen, für und mit ihnen eine Woche zu gestalten, in der sie zur Ruhe kommen und neue Energie schöpfen können.“
Mit vielen Eindrücken, neuen Begegnungen und gestärkt durch die gemeinsame Zeit traten die ukrainischen Caritas-Mitarbeiter*innen die Heimreise an. „Nach dieser Woche fühlen wir uns wieder aufgeladen mit Energie und Kraft“, fasste Pater Volodymyr zusammen. „Davon werden wir noch lange zehren.“