
Von P. Thomas Felder FSO
Die Schiffsprozession am Bodensee hat Herr Ferdinand Andreatta im Jahr 1979 initiiert. Bald nahm sie kräftig Fahrt auf und entwickelte sich rasch zu einem der größten und bedeutendsten christlichen Ereignisse am Bodensee. Im Jahr 2000 übernahm die Gebetsstätte Wigratsbad die Verantwortung für diese Pilgerfahrt. In der Corona-Zeit kam die Schiffsprozession zum Erliegen. Benjamin Aepli vom Verein "Ave Maria" in der Schweiz hatte den inneren Anstoß und den Mut, die kostbare Schiffsprozession wieder aus der Taufe zu heben.
Das gemeinsame Rosenkranzgebet für den Frieden in Europa bildete den Auftakt der Wallfahrt. Es folgte die Eucharistiefeier mit einer bestärkenden und ermutigenden Predigt von Bischof Bonnemain. Er sagte: „Marias Herz kannte keinen Unfrieden, da sie keine Sünde kannte. Der Friede beginnt im Herzen und die Kriege beginnen dort. Die Sünde ist die Quelle der Kriege und die Kriege sind Sünden. Wenn unser Leben schwierig, schmerzhaft und der Lebensweg steil wird, hoffen wir, dass diese Situationen sich lichten, dass diese Lebensengpässe in himmlische Auszeichnungen verwandelt werden. Mögen alle Menschen, die gegenwärtig in den zahlreichen Kriegsregionen Grausames durchmachen müssen, unter dem Schutz Marias die Hoffnung auf Frieden und Heil nicht verlieren.“
Nach einer kurzen eucharistischen Anbetung stieg der Bischof mit der Assistenz auf das Deck des Schiffes und segnete die drei Länder des Bodensees. Dies war ein besonders berührender Moment für alle. Bei starkem Wind und einer geradezu mystischen Wolkenstimmung wurden die Länder mit dem Allerheiligsten Sakrament gesegnet. Nach einer Pause hielt Prof. Ralph Weimann einen Vortrag über die Bedeutung des Rosenkranzgebetes. Die Singgruppe Harpa Dei rundete die Wallfahrt mit geistlichen Gesängen ab.
Viele junge und ältere Pilgerinnen und Pilger waren von der ehrfürchtigen Atmosphäre, dem gemeinsamen Beten und dem gemeinsamen Pilgern sehr ergriffen. Herr Aepli hat zu diesem Anlass ein sogenanntes Rosenkranz-Bündnis ins Leben gerufen. Die Mitglieder dieses Bündnisses verpflichten sich, täglich den Rosenkranz für das große Anliegen des Friedens zu beten. Eine Jugendliche sagte: „Diese Wallfahrt hat Power im Glauben. Ich gehe gestärkt wieder in den Alltag. Jesus ist gut und Maria führt und schützt uns in den Stürmen des Lebens.“