
Der aktuelle Armutsbericht der Statistik Austria zeigt auf, wie Armut in Österreich zunimmt. „Allein in Vorarlberg sind 2025 laut diesem Bericht mehr als 11.000 Personen (2,9% der Bevölkerung) von manifester Armut betroffen und knapp 7.000 Menschen sind neu in die Armutsgefährdung gerutscht. Damit öffnet sich die soziale Schere weiter. An unseren Caritas-Beratungsstellen nehmen wir auch wahr, wie Armutssituationen sich verfestigen. Besonders betroffen sind dabei Kinder und Jugendliche“, berichtet Caritasdirektor Walter Schmolly. „Wir sehen, wie Armut immer mehr Menschen den Anschluss verlieren lässt. Das gefährdet nicht nur einzelne Lebenswege, sondern auch den sozialen Zusammenhalt in unserem Land.“
Zwar gebe es diverse politische Vorhaben und Regierungsprogramme, die die Absicht bekunden, dieser Entwicklung entgegentreten zu wollen. „Unser Eindruck ist allerdings, dass dies nicht hinreichend geschieht. Im Gegenteil: Die politischen Pläne, die sozialen Auffangnetze, wie beispielsweise die Sozialhilfe, weiter zu löchern, weisen in die entgegengesetzte Richtung. Vor diesem Hintergrund erachten wir eine sachliche, lösungsorientierte und möglichst breit angelegte Diskussion mit der sozialen Entwicklung in Vorarlberg für wichtig“, so Walter Schmolly weiter. Der Bürgerrat sei dafür ein geeignetes Instrument, da es bewusst die Bevölkerung mit einbindet. Er erarbeitet Empfehlungen für Politik, Verwaltung und kann den öffentlichen Dialog fördern.
Der Bürgerrat bringt zufällig ausgewählte Bürgerinnen und Bürger zusammen. Sie beraten unabhängig und entwickeln Empfehlungen, wie wir als Gesellschaft im Gesamten und die Politik und Verwaltung im Besonderen mit den Herausforderungen der Armutsentwicklung in Vorarlberg umgehen sollten und soziale Sicherheit in unruhigen Zeiten gemeinsam gestärkt werden kann.
Der Bürgerrat soll Antworten auf zentrale Fragen liefern:
Damit ein Bürgerrat einberufen wird, benötigt die Initiative zumindest 1.000 Unterstützungserklärungen. Die Caritas lädt alle in Vorarlberg mit Hauptwohnsitz gemeldeten Bewohner und Bewohnerinnen über 16 Jahren ein, die Einsetzung des Bürgerrates mit ihrer Unterschrift zu unterstützen und damit ein Zeichen für eine solidarische Gesellschaft zu setzen. Ebenso freuen wir uns, wenn viele Initiativen und Organisationen diesen Appell in ihren Netzwerken teilen und unterstützen.
„Vorarlberg soll ein Land bleiben, in dem niemand zurückgelassen wird. Das ist nur in einem breiten Schulterschluss zu schaffen“, betont Schmolly.
Weitere Infos und die Vorlage für die Sammlung von Unterstützungserklärungen finden sich unter https://caritas-vorarlberg.at/buergerrat oder direkt für die digitale Unterstützung direkt auf der Onlineplattform: https://mein.aufstehn.at/p/buergerrat