Wenn sich das Leben nicht an den Kalender hält und Weihnachten Probleme und Hiobsbotschaften serviert: Es gibt Menschen, die helfen, diese Sorgen zu tragen.

Stille Nacht? Von wegen!

Der Baum: steht kerzengerade. Die Gans: à la minute auf dem Tisch. Die Stimmung dazu: bombig. Und wer das glaubt, wird selig...

Wenn wir ehrlich sind, bricht der erste Streit über die krumme Tanne noch vor dem Aufstellen vom Zaun, verweigern die Neuveganer angewidert die Gans, hat das mit der Stimmung noch nie auf Knopfdruck funktioniert. Und wenn die Dämme erstmal gebrochen sind, kommen ganz andere Themen wieder hoch: Der existenzbedrohend verlorene Job, eine krachend gescheiterte Ehe. Große Probleme mit den Kindern und ein fieser Magenkrebs.

Das Leben, weiß Rotraud Perner als Psychotherapeutin und evangelische Theologin, hält sich nicht an den Kalender. In der ORF-Sendung „Lebenskunst“ sprach sie am zweiten Adventsonntag über Strategien im Umgang mit einem nicht ganz so fröhlichen Weihnachten.

Nummer gegen Kummer

Eine davon ist auch heuer die Telefonseelsorge. Unter der Rufnummer 142 stehen im ganzen Land rund um die Uhr Menschen für ein Gespräch zur Verfügung – anonym und kostenlos. Österreichweit arbeiten rund 800 Männer und Frauen zwischen 25 und 70 Jahren ehrenamtlich bei der Telefonseelsorge. Träger der Einrichtung sind die katholische und die evangelischen Kirchen. Seit einem Jahr ergänzt die Möglichkeit, über einen datenverschlüsselten Chat Kontakt zur Telefonseelsorge aufzunehmen, seit 2012 einen E-Mail-Dienst das Angebot.

„Das wertschätzende Zuhören der Telefonseelsorge-Mitarbeiter kann und soll eine Psychotherapie oder Lebensberatung nicht ersetzen“, betonen die Leiterinnen der Telefonseelsorge, Marlies Matejka (katholische Kirche) und Carola Hochhauser (evangelische Kirche). Mit entsprechenden Einrichtungen gebe es aber gute Kooperationen.