
Es ist das fünfte Mal, dass die gemeinsame „Expedition“ Erwachsenenfirmung in St. Arbogast sich auf dieses große Abenteuer einlässt.
Insgesamt neun Erwachsene haben sich dieses Mal auf den Weg gemacht, um Anfang Juni das Sakrament der Firmung zu empfangen – aus ganz unterschiedlichen Gründen. Thomas möchte Taufpate seiner kleinen Nichte werden. Mit 17 hatte er keine Zeit und auch kein Interesse an der Firmvorbereitung. Claudia wird im Sommer heiraten. Ihr Traupriester hat sie eingeladen, sich davor firmen zu lassen, auch wenn dies grundsätzlich ohne Firmung geht. Und Daniel ist gekommen, weil ihm der Glaube wieder wichtiger geworden ist und er jetzt mehr darüber erfahren möchte. Dafür ist er sogar wieder in die Kirche eingetreten.
Drei Abende werden sie als Gruppe – zu der Elisabeth Fenkart, die sie au dieser Glaubensreise begleitet, längst selbst gehört - zusammen verbringen. Nach dem gemeinsamen Ankommen bei einem kleinen Abendessen beschäftigen sie sich mit zentralen Themen des Glaubens. Dabei gibt es inhaltliche Impulse, interessante Referen:tinnen und vor allem die Gelegenheit zum Austausch in der Runde. Und plötzlich ist sie weg, die Berührungsangst mit dem Glauben oder der Scheu, darüber auch noch mit anderen zu sprechen. Dann sind sie da, die Gespräche über Gott und die Welt und was das alles „mit mir“ zu tun hat.
Der Höhepunkt dieser Reise ist die Firmung, die Bischof Benno Elbs jeder und jedem Einzelnen bei einem feierlichen Gottesdienst in der Kapelle des Bildungshauses spendet. Aber es ist nicht das Ende, denn eigentlich ist das erst der Anfang eines neuen Kapitels, das sie in ihrem Leben aufschlagen.
Freude breitet sich aus. Eine gemeinsam geteilte Lebenserfahrung verbindet die Gruppe. Bei einem Glas Sekt wird auf die Neu-Gefirmten angestoßen. Die Reise geht weiter, hinein ins Leben.
Es gibt sicher verschiedene Gründe, warum sich Menschen im Erwachsenenalter firmen lassen wollen. Die Firmung ist ein bedeutsames Sakrament auf dem Glaubensweg. Auch als Erwachsene:r kann man diesen Schritt bewusst gehen und die Kraft des Heiligen Geistes empfangen.
Seit 2024 gibt es dieses neue Angebot für erwachsene Firmkandidat:innen im Bildungshaus St. Arbogast. Zweimal jährlich findet ein Vorbereitungsprogramm mit Firmung in Kleingruppen statt, das sich inhaltlich am Firmkonzept der Diözese Feldkirch orientiert.
Alle Interessierten sind herzlich willkommen!
Als Kind stellt man sich oft die Frage, wie alles funktioniert, wie die Welt entstanden ist oder wie Dinge zusammenhängen – und dafür gibt es heute viele wissenschaftliche Antworten. Je älter ich werde, desto mehr beschäftigt mich jedoch eine andere Frage: Wofür? Wofür bin ich hier und wofür mache ich das alles?
Die Erwachsenenfirmung, die ursprünglich auch ein Schritt war, um Taufpatin meiner Nichte zu werden, hat mir darauf eine sehr persönliche Antwort gegeben. Sie hat mir eine innere Ruhe und Zuversicht geschenkt, die mir im Alltag viel von meiner Angst nimmt. In der Vorbereitung hat mir besonders gefallen, dass wir offen über Glauben, Zweifel und persönliche Gedanken in einem vertrauensvollen Rahmen sprechen konnten.
Ich habe mich erst in diesem Alter firmen lassen, da ich mich in meiner Jugend nicht mit meinem Glauben auseinandergesetzt habe. Mit der Zeit kamen Fragen über das Leben auf, eine Suche nach Antworten auf diese Fragen. Bei dieser Suche zeigten diese Antworten immer öfter auf Gott, was mich zurück zum Glauben führte. Daher auch jetzt die Entscheidung für ein Ja zu Gott. Die Vorbereitung gefiel mir, da sie das Warum und Wofür erklärte und dass wir als Gruppe gemeinsam die Firmung absolvierten. Ich halte mir täglich vor Augen, dass Gott mich stets begleitet und mir bei jeder Entscheidung zur Seite steht.
Die Firmvorbereitung war abwechslungsreich und spannend gestaltet und wurde durch die eingeladenen Gäste zusätzlich bereichert. Ich habe mich firmen lassen, um die Patenschaft für das Kind meines Bruders übernehmen zu können. Besonders wichtig ist mir dabei der Gedanke, das Kind auf seinem Lebensweg zu begleiten und ihm Werte der katholischen Kirche weiterzugeben. Sehr gefallen hat mir auch, dass Menschen mit ganz unterschiedlichen Hintergründen zusammengekommen sind, um sich über dieses prägende Ereignis der Firmung auszutauschen.
Zwischen großen Lebensumstellungen von Studium zu Vollzeitjob fand ich mich in einem religiösen Loch wieder. Obwohl ich christlich (freikirchlich) erzogen wurde und mich auch zu 100 % als Christin identifiziere, wurde mir immer mehr bewusst, wie weit ich mich von meinem Glauben, der Gemeinde und auch von Gott distanziert habe. Bei meiner ersten Beichte bot mir der Pfarrer die Möglichkeit an, mich für die Vorbereitung zur Firmung anzumelden, und ich bin sehr froh, dass ich dieses Angebot angenommen habe. Die Firmung und auch die Erstkommunion waren für mich lebensverändernde Entscheidungen, die ich jedem empfehlen kann. Ich freue mich nun jede Woche auf den Gottesdienst und darauf, die Kommunion zu empfangen.