
Ein Motto des kommenden Semesters lautet „Erwachsen werden“ – ein Zustand, der sich im Idealfall durch innere Reife, emotionale Stabilität, und Selbstverantwortung kennzeichnet. „Zentral für das Erwachsensein ist die Fähigkeit zur Akzeptanz: Das Leben ist nicht perfekt, Menschen sind es nicht – wir selbst auch nicht“, so der Psychologe Dr. Tobias Glück, der im November erstmals in St. Arbogast referieren wird.
Um einen reifen Umgang mit der Digitalisierung geht es beim Themenabend „Digital Erwachsen“ im Februar mit dem Publizisten Wolf Lotter, Psychotherapeutin und Theologin Helga Kohler-Spiegel und Unternehmer Hubert Rhomberg. Lotter präsentiert dort sein neues Buch, das er als Streitschrift für natürliche Intelligenz bezeichnet: „Das bedeutet keineswegs die Verurteilung von Technologie. Aber die Digitalisierung muss sich den Menschen anpassen, nicht umgekehrt. Es geht darum, die natürliche Intelligenz zu stärken, anstatt sie zugunsten einer vermeintlich überlegenen künstlichen Intelligenz zu vernachlässigen.“
Weitere Referierende zu gesellschaftlichen Themen sind Autorin und Podcasterin Anika Landsteiner, Journalist Gerold Riedmann, Militärkommandant Gunther Hessel oder der eh. Minister Johannes Rauch.
Für die rund 40 ganz- oder mehrtägigen Seminare hat das Arbogaster Team erfahrene Fachleute eingeladen, wie die Leiterin des Bildungsprogramms Stefanie Sturn erklärt: „Zu unseren Seminarleiter*innen zählen im Herbst die Klinische Psychologin Pia Andreatta von der Uni Innsbruck, Neurologe und Schlaf-Experte Andreas Kaindlstorfer von der Kepler-Uni Linz, Autorin Barbara Pachl-Eberhart oder Rudi Anschober. Es sind Persönlichkeiten aus dem ganzen deutschsprachigen Raum, die nach Vorarlberg kommen.“
Auch langjährige Arbogast-Referierende wie Pfr. Wilfried Blum, Theologin Barbara Knittel oder Msgr. Rudl Bischof sind Teil des Programms. Sie schlagen eine Brücke von der jahrzehntelangen Arbogaster Tradition in die Herausforderungen der Zukunft.
Aufgrund der anhaltenden Nachfrage beginnt im Jänner eine neue Staffel des Lehrgangs „Kirchenräume erleben & vermitteln“ unter der Leitung von Diözesankonservator Othmar Lässer. Dieser Lehrgang für Kirchenraumpädagogik befähigt die Teilnehmenden, Kirchenführungen anzubieten und den Kirchenraum zu erschließen und lebendig werden zu lassen.
Ein besonderer Kirchenraum ist die schlichte Arbogaster Kapelle, die dem Heiligen Geist geweiht ist. Am 12. September ist sie Schauplatz einer Konzert-Lesung mit Bischof Benno Elbs unter dem Titel „Wege der Zuversicht – die Atemluft eines Christen“. Zu den Worten des Bischofs und der Schauspielerin Renate Bauer musizieren Marcella Carboni (Harfe), Herbert Walser-Breuß (Trompete) und Rosario Bonaccorso (Kontrabass).
Die Gottesdienste in St. Arbogast werden ab September von P. Delfor Nerenberg geleitet – der gebürtige Argentinier tritt die Nachfolge von P. Pepp Steinmetz an, der in den Ruhestand tritt. Die geistliche Assistenz und Seelsorge in St. Arbogast wird damit in der Tradition der Steyler Missionare fortgesetzt.
Abgerundet wird das Programm von Kreativ-Workshops, Genuss-Abenden und einem ausgebauten Kinder- und Familienprogramm. Letzteres sorgt besonders in den Herbstferien für sinnvolle Beschäftigung. Neu mit dabei dieses Jahr sind MINT-Kurse, in denen tanzenden Roboter gebaut, Trickfilme erstellt oder 3D-Drucke gefertigt werden.
Die Spiritualität und das damit verbundene Programm strahlen auch auf das umfassend sanierte Seminarzentrum ab: „Junge und alte Gäste schätzen die geistreiche Atmosphäre mit ihren lichtdurchfluteten Räumen, der schlichten Ästhetik und unsere Gastronomie. Und es ist förderlich für gute Seminare, dass wir zwar mitten im betriebsamen Rheintal liegen, aber dennoch ganz in die Natur eingebettet sind“, sagt Geschäftsführer Daniel Mutschlechner.
Arbogast ist das Jugend- und Bildungshaus der Katholischen Kirche Vorarlberg. Mit seiner mehr als 60-jährigen Geschichte und einem hauseigenen Bildungsprogramm mit rund 200 Veranstaltungen jährlich ist Arbogast einer der bedeutendsten Orte der Erwachsenenbildung in Vorarlberg. Das Bildungshaus verfügt über 60 Zimmer mit Übernachtungsmöglichkeit, zwei Veranstaltungssäle und zehn Seminarräume. Über 20.000 Gäste pro Jahr schätzen den naturnahen Seminarort, das inspirierende Bildungsprogramm sowie die Arbogaster-Gastronomie mit saisonaler Küche.
(Red./Arbogast)