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Caritas Vorarlberg / Zündel
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Weil Schule mehr als "nur" Bildung ist

In die Schule gehen zu dürfen ist ein Privileg. Das vergisst man nur allzuschnell. Derzeit leben weltweit rund 473 Millionen Kinder in einem Umfeld, das von Gewalt und Krieg geprägt ist.  Auf ihre Situation machten Schüler:innen vom Gymnasium Schillerstraße gemeinsam mit der Caritas aufmerksam.

Im Februar stellt die Caritas unter dem Slogan „Weil jede Stunde Schule eine Stunde Zukunft ist“ speziell Bildungsmaßnahmen für Kinder in den Partnerregionen in Äthiopien, Armenien, Ecuador und Mosambik in den Mittelpunkt ihrer Arbeit. Warum? Weil ein Besuch in der Schule in Europa selbstverständlich ist, aber in manchen Ländern ein Privileg, das nur wenige erleben dürfen.

 

Die youngCaritas macht gemeinsam mit der Auslandshilfe der Caritas Vorarlberg und einigen Schüler:innen mit einer eindrücklichen Aktion auf diese Ungerechtigkeit aufmerksam.

Wirtschaftliche Krisen, Naturkatastrophen und die zunehmenden Auswirkungen des Klimawandels bringen Millionen von Kindern in Situationen, die für sie oft unerträglich sind. Auch Kriege und Konflikte rauben vielen Kindern die unbeschwerte Kindheit und erschweren den Zugang zu Bildung. Derzeit sind 473 Millionen Kinder davon betroffen – das entspricht nahezu jedem fünften Kind, das in einem von Gewalt geprägten Umfeld lebt.

 

Bildung ist der beste Weg aus der Armut


„Bildung ist der Schlüssel für eine selbstbestimmte Zukunft. Sie ermöglicht gesellschaftliche Teilhabe und sie ist der beste Weg aus der Armut. Inmitten der Krise gibt Schule vielfach Halt und Stabilität. Sie schafft eine Insel der Normalität und ermöglicht Kindern einfach Kind zu sein“, so Michael Zündel von der Auslandhilfe der Caritas Vorarlberg. Schule schafft ein sicheres und förderliches Umfeld, das Kinder vor Missbrauch, Vernachlässigung, Ausbeutung und Gewalt schützt. Und sie ermöglicht oftmals Zugang zu Ernährung oder medizinischer Versorgung, wenn dies sonst nicht möglich ist. Diese Bewahrung von Normalität und Routinen fördert außerdem die psychische Gesundheit – eine Grundlage, um lernen zu können. „Kinder haben einen angeborenen Drang zum Lernen. Sobald sie die Möglichkeit haben, sich zu entfalten, tun sie das ganz selbstverständlich. Bildung ist ein grundlegendes Bedürfnis von Kindern – und gleichzeitig ist sie die wichtigste Investition in die Zukunft eines Landes“, weiß Sabine Fulterer, Leiterin der youngCaritas Vorarlberg. Denn sie sind es, die nach Kriegen oder Krisen dazu beitragen, ihre Länder wieder aufzubauen.

 

Bildung darf niemals warten!

 

Jedes Kind hat laut UN-Kinderrechtskonvention das Recht auf Bildung. Trotzdem bleibt 251 Millionen Kinder weltweit der Schulbesuch aufgrund von Kriegen, Naturkatastrophen oder Armut verwehrt. Mit schwerwiegenden Folgen: Kinder werden ihrer Entwicklung und ihrer grundlegenden Rechte beraubt. Neben der Chance, sich aus Armut zu befreien, steigt das Risiko von Kinderarbeit und Ausbeutung – eine Gefährdung der körperlichen und geistigen Gesundheit.

 

Wir wollen das nicht akzeptieren!


So sagten die Schüler:innen der 4d des Gymnasiums Schillerstraße in Feldkirch und setzten daher anlässlich des Welttages der Bildung am 24.1. ein Zeichen gegen diese Ungerechtigkeit. Ein Klassenzimmer mitten im Einkaufszentrum, Schüler:innen, die symbolisch nach und nach aus der Klasse verschwinden, bedrückende Bilder über die Bildungssituation in den Partnerländern der Caritas Vorarlberg. Die Aktion rüttelte auf, berührte, machte Aufmerksam inmitten des täglichen Einkaufes. Laura 13, eine der teilnehmenden Schüler:innen: „Ich finde es sehr schön, dass meine Klasse bei diesem Projekt mitwirken durfte. Es ist toll, dass man mit so kleinen Gesten so viel bewirken kann.“ Und Florentina, 14, fand bereits die Zeit der Vorbereitung für diese Aktion mit der Caritas spannend: „Die Vorbereitungszeit hat mir sehr viel Spaß gemacht. Wenn ich andere Menschen etwas Gutes tun kann, gibt es auch mir ein gutes Gefühl.“ Auch der 14-jährige Lorenz war mit viel Engagement dabei: „Es ist sehr schön, dass man auch über so weite Distanzen so viel Gutes bewirken kann.“ Und schon sauste er wieder los, um vorbeilaufenden Passanten für „sein“ Schulprojekt zu begeistern!

 

 

 

So hilft die Caritas Kindern in Kriegs- und Krisensituationen

 

  1. Wir helfen Kindern in der akuten Not: durch Lebensmittelpakete, warme Mahlzeiten, Bargeldhilfen für die Eltern, Flüchtlingsunterkünfte, Heizmaterial, Verteilung von warmer Kleidung und Bettwäsche. Wir unterstützen außerdem durch Hygieneprodukte (wie zum Beispiel Windeln für Kleinkinder) und sauberes Trinkwasser.
  2. Wir bieten Kindern Schutz und Geborgenheit: Wir führen Notevakuierungen durch, veranstalten Sommercamps, betreuen Kinder psychosozial und schenken ein Stück Unbeschwertheit in sogenannten Child Friendly Spaces und Kinderzentren.
  3. Wir ermöglichen Lernunterstützung und Zugang zu Bildung: Die Caritas hilft Kindern trotz Krisen und Krieg am Bildungssystem teilzunehmen, etwa mit Schulmaterial, Laptops und Tablets für Online-Schooling, Sprachkursen und Schulmahlzeiten. Außerdem stellen wir Kindern in Regionen, wo Schulen geschlossen sind, Zugang zu sozialen und nicht-formalen Bildungsdiensten zur Verfügung.
  4. Wir unterstützen Kinder langfristig und ganzheitlich: Wir schauen, dass Kinder aus schwierigen sozialen Verhältnissen, Kinder mit Behinderungen, Alleinerzieher*innen oder Waisenkinder gut umsorgt werden. Wir vermitteln Pflegefamilien, veranstalten Kreativkurse, psychologische und physiotherapeutische Unterstützung, Kinderbetreuung und individuelle Familienhilfe. Dazu gehört auch Familien zu entlasten, zu stärken und zu unterstützen – bevor sie zerbrechen.
  5. Wir engagieren uns für die Stärkung der Kinderrechte. Gemeinsam mit unseren Partnerorganisationen setzen wir uns dafür ein, die Rechte der Kinder im öffentlichen Diskurs und in der Gesetzgebung zu stärken. Wir machen auch die Kinder selbst im Rahmen unserer Projekte auf ihre Rechte aufmerksam und unterstützen sie dabei, diese einzufordern. Außerdem stärken wir unsere Partner bei ihrem Einsatz für Reformen und gesellschaftliche Veränderungen, die den Zugang zu Bildung und Schutz für Kinder verbessern. Hierzu gehören Maßnahmen gegen Kinderarmut, für gleiche Bildungschancen und den Ausbau von Schutzmaßnahmen. 2023 hat die Caritas Österreich mit ihren Programmen für Kinder und Jugendliche 156.057 Menschen erreicht.

 

Veröffentlicht am 27.01.2025
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