Quer durch Österreich wandeln sich die Berggipfel in den Sommermonaten auch heuer wieder zu Freiluft-Kirchenbänken. Bergmessen und Gipfelgottesdienste gehören in vielen Regionen Österreichs zum sommerlichen kirchlichen Leben, oft von Blasmusikkapellen gestaltet und mit gemeinsamen Wanderungen oder einer Jause verbunden. Einen Überblick über die Freiluftgottesdienste geben Website-Einträge und Social-Media-Posts der Diözesen und Erzdiözesen. Aber auch die auf Social Media bekannten "Bergpfarrer" feiern regelmäßig Gottesdienste unter freiem Himmel und teilen auf ihrem Instagram-Kanal @bergpfarrer Zitate und jeden Sonntag einen Gedanken oder ein Gebet mit "Bergspiritualität" mit ihren über 14.800 Followern.
"Man ist dem Himmel schon ein Stückchen näher und wenn der Himmel offen ist, dann auch die Herzen", sagte Gabriel Steiner, Kaplan im Pfarrverband Kummenbergregion, in einem Kathpress-Interview. Gemeinsam mit Peter Rinderer, ab Mitte August neuer Provinzial der Salesianer Don Boscos in Österreich, und Anselm Becker, der kürzlich zum neuen Leiter der Päpstlichen Missionswerke in der Erzdiözese Wien ernannt wurde, gründete Steiner die Initiative "Bergpfarrer". Schon das bewusste gemeinsame Gehen und der Weg auf den Berg mache den Besuch von Bergmessen besonders. "Es ist ein Sich-Vorbereiten im Gehen auf die Begegnung mit Gott in der Natur und in konzentrierter Form auf die Sakramente und das Wort Gottes", so Steiner über die "kleinen Wallfahrten".

Die Initiative "Bergpfarrer", die 2021 startete, sei mit dem Ziel entstanden, Menschen zu verbinden, die Gott und die Berge lieben, und ihnen geistlichen Input zu geben, während sie ihrem Hobby nachgehen, erzählte Steiner. Die Initiative betreibt auch einen WhatsApp-Kanal und informiert per Newsletter über Aktuelles. Beim Format "Sonntag mit dem Bergpfarrer" teilen Geistliche regelmäßig Gedanken und ein Gebet. So taten es etwa schon Kardinal Christoph Schönborn, "Amazonien"-Bischof Erwin Kräutler oder der Feldkircher Bischof Benno Elbs.
Für heuer sind bereits zahlreiche Termine mit den "Bergpfarrern" fixiert. Die nächsten Berggottesdienste finden am 2. August auf dem Hüttenkopf (1.949 Meter) in Thüringerberg (Vorarlberg) sowie auf der Eisentälerspitze (2.311 Meter) in Klösterle (Vorarlberg), am 8. August beim Brandenburger Haus (3.277 Meter) in den Ötztaler Alpen (Tirol) und am 15. August auf der Alpe Formarin (1.871 Meter) in Dalaas (Vorarlberg) statt. (Info: https://linktr.ee/bergpfarrer)
Mehrere paar Dutzend Wallfahrten, Alpmessen und Gipfelgottesdienste bietet die Diözese Feldkirch an. So feiern die Gläubigen in Vorarlberg ihren Diözesanpatron, den hl. Gebhard, mit Bischof Benno Elbs am 27. August um 10 Uhr am Gebhardsberg. Auch abendliche Wallfahrten zum Gebhardsberg mit Messfeier finden noch bis zum 26. August wöchentlich statt. Am 6. September um 11 Uhr feiert der Bischof mit der Vorarlberger Polizei die jährliche Bergmesse auf dem Hochhäderich in Hittisau.
Weitere Berg- und Alpgottesdienste finden im August und September unter anderem auf der Alpe Lünersee in Brand (9. August), der Alpe Valzifenz in Gargellen (15. August), der Alpe Spora und der Tilisunahütte in Tschagguns (15. August) sowie auf der Alpe Portla (23. August) statt. Im September laden zudem Bergmessen auf dem Rotenberg in Langenegg (20. September), am Kristberg in Silbertal (20. September) sowie eine Gipfelmesse beim Carl-Lampert-Kreuz in Vandans (13. September) zum Mitfeiern ein.
(Red./kathpress.at)