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Katholische Kirche Vorarlberg
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Im Visier

In Zeiten der Unterdrückung und Angst gab es Menschen, die den Mut fanden, für ihre Überzeugungen einzutreten. Die Ausstellung „Im Visier“ erzählt ihre Geschichten – von Priestern, Laien und Ordensleuten, die sich dem NS-Regime entgegenstellten und dafür Verfolgung, Inhaftierung oder sogar den Tod riskierten. Ihre Taten sind ein Vermächtnis, das uns auch heute noch inspiriert.

In einer Zeit, in der Schweigen zur Norm erhoben wurde und die Macht der Diktatur Unterwerfung forderte, gab es jene, die sich dem Strom widersetzten – mutige Männer und Frauen, die ihren Glauben und ihre Werte über die Angst stellten. Die Ausstellung „Im Visier“ ist aus der Kirchenblatt-Serie „Unbotmäßig“ gewachsen und beleuchtet das Schicksal jener Christen, die im dunkelsten Kapitel der Geschichte nicht zurückwichen, sondern ihren Glauben als Kompass für Menschlichkeit und Widerstand nutzten.

 

Die Kirche: Zwischen Anpassung und Widerstand

Während die katholische Amtskirche vielerorts mit der Anpassung rang, kam dem Widerstand aus dem katholischen Umfeld eine besondere Bedeutung zu. Auch wenn die Amtskirche in Vorarlberg, wie im restlichen Österreich, keinen organisierten Widerstand leistete, war die Einschätzung der Gestapo eindeutig: Die Kirche galt als letzter ernstzunehmender Gegner des NS-Regimes. Sie war eine moralische Instanz, die der nationalsozialistischen Ideologie etwas entgegensetzte und die Bevölkerung vor der totalen Gleichschaltung schützte.

 

Verfolgung und Repression

Laut den Aufzeichnungen von Jakob Fussenegger wurden von den rund 200 Priestern und Ordensleuten in Vorarlberg über 100 verfolgt, in Gestapo-Haft genommen, ins Konzentrationslager gebracht oder in manchen Fällen sogar getötet. Trotz der drohenden Gefahr sprachen sie sich öffentlich gegen die nationalsozialistischen Machthaber aus, hielten Predigten, förderten die katholische Jugend und verteidigten den Fortbestand der katholischen Bildungseinrichtungen.

 

Die Gesichter des Widerstands

Die Ausstellung „Unbotmäßig“ stellt einige dieser beeindruckenden Persönlichkeiten aus Vorarlberg vor – Menschen, die trotz Verfolgung und Todesgefahr den Mut fanden, für ihre Überzeugungen einzutreten. Ihre Geschichten erinnern uns daran, dass wahre Stärke oft im Stillen wächst und auch im Schatten der großen Historie Bedeutung gewinnt. Sie wagten es, zu widersprechen, als der Rest der Welt zu flüstern begann.

 

Elisabeth Heidinger, Geschäftsführerin des Carl Lampert Forums, betont die Bedeutung dieser Menschen: „In Zeiten, in denen Schweigen erwartet wurde, fanden sie den Mut, für Gerechtigkeit einzustehen – ihr Vermächtnis gibt uns auch heute noch Orientierung.“

 

Märtyrer und Verfolgte

Der Widerstand hatte vielfältige Konsequenzen: Carl Lampert, Alois Grimm und Franz Reinisch bezahlten mit ihrem Leben. Priester wie Georg Schelling, Othmar Gächter, Josef Plangger und Alois Knecht wurden inhaftiert, ins Konzentrationslager deportiert oder zwangsweise zum Kriegsdienst eingezogen. Doch nicht nur Priester und Ordensleute standen im Visier der Nationalsozialisten.

 

Der vergessene Widerstand der Laien

Ein oft übersehener Aspekt des Widerstands war das Engagement der Laien. Frauen wie Karoline Redler sowie unzählige Gläubige, die im Verborgenen beteten, halfen und Hoffnung spendeten, spielten eine entscheidende Rolle. Sie zeigen, dass Widerstand nicht immer spektakulär war, sondern auch leise und verborgen stattfand – in mutigen Gesten, in gelebter Nächstenliebe und in der Bewahrung der christlichen Werte.

 

Digitale Biografien – Einblicke über QR-Codes

Im Rahmen dieser Ausstellung wurden bereits einige Biografien digital aufbereitet. Über QR-Codes an den Ausstellungstafeln können Besucherinnen und Besucher weiterführende Informationen abrufen und tiefer in die Geschichten der widerständigen Christen eintauchen. Die digitale Dokumentation ermöglicht eine nachhaltige und umfassende Auseinandersetzung mit ihrem Erbe.

 

Ein Aufruf und ein Vorbild für die Nachwelt

Die Ausstellung „Im Visier“ gibt diesen mutigen Menschen eine Stimme. Lassen Sie uns ihre Geschichten erzählen und aus ihrem Mut Inspiration schöpfen. Gemeinsam tragen wir dazu bei, dass ihr Vermächtnis lebendig bleibt und ihre Taten nicht in Vergessenheit geraten.

 

Priester auf dem Schaffott
  • Alois Grimm
  • Carl Lampert
  • Franz Reinisch

 

Geistliche im Konzentrationslager
  • Othmar Gächter
  • Alois Knecht
  • Josef Plangger
  • Georg Schelling

 

Priester im Gefängnis
  • Rudolf Bacher
  • Gebhard Baldauf
  • Wilhelm Bohle
  • Emil Bonetti
  • Franz Dürr
  • Josef Egle
  • Fridolin Erath
  • Edwin Fasching
  • Josef Feuerstein
  • Josef Fink
  • Jakob Flatz
  • Anton Fussenegger
  • Jakob Fussenegger
  • Georg Gisinger
  • Liberat Greissing
  • Theodor Hausteiner
  • Richard Hefel
  • Christian Hiller
  • Hugo Kleinbrod
  • Hermann Knünz
  • Josef Kaulfus
  • Otto Kolb
  • Rudolf Melk
  • Guntram Nagel
  • Hermann Natter
  • Julius Nesensohn
  • Heinrich Netzer
  • Ferdinand Rheinberger
  • Johann Sahler
  • Johann Sähly
  • Ignaz Scheier
  • Josef Strasser

 

Priester unter Schikane
  • Adolf Ammann
  • Johann Bohle
  • Josef Burtscher
  • Barnabas Fink
  • Alexander Gut
  • Jakob Gut
  • Paul Hutter
  • Friedrich Jussel
  • Anton Maklott
  • Alfons Matt
  • Konrad Renn
  • Georg Strassenberger
  • Karl Thüer

 

 

 

 

Ordensleute im Visier
  • Josef Berger
  • Felix Blum
  • Jakob Born
  • Josef Lampert
  • Raimund Nachbaur
  • Otto Plattner
  • Josef Triendl
  • Eberhard Tschanun
  • Anselm Wild

 

 

 

 

Glaubenszeugen unter Anklage

 

  • Hugo Lunardon
  • Josef Anton King
  • Hugo Paterno
Karoline Redler
  • Ernst Volkmann
     

 

Christliche Nächstenliebe und Widerstand

 

  • Hedwig Ender-Kohler
  • Anna Mathis
  • Luise Schelling
Maria Stromberger

 

Zusammenschluss für den Glauben und die Nächstenliebe

 

  • Gemeinde Buch
  • Landeswallfahrt
  • Gemeinde Rankweil
 

 

Veröffentlicht am 12.01.2025
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