
Bewegung, Mahlzeiten und eine Video-Botschaft: Die Genesung von Papst Leo XIV. nach seiner Lungen-Operation verläuft offenbar planmäßig. Dies teilten die Ärzte des Papstes, Doktor Luigi Carbone und Professor Stefano Margaritora, laut Vatikanangaben von Mittwochmittag mit. "Der Papst ist in guter Stimmung", sagte Vatikansprecher Matteo Bruni.
Am Morgen wurden demnach bei dem 71-jährigen Kirchenoberhaupt die für die Zeit nach dem Eingriff vorgesehenen Blutuntersuchungen und eine Röntgenaufnahme des Brustkorbs gemacht worden. Die Ergebnisse bestätigten einen regulären postoperativen Verlauf: "Die Werte liegen im Normbereich für die Art des durchgeführten Eingriffs", so die Mediziner.
Leo XIV. habe Atemphysiotherapie absolviert und begonnen, im Zimmer umherzugehen. Zudem habe er wieder begonnen, normal zu essen, er habe sowohl gefrühstückt als auch zu Mittag gegessen, so der Vatikan. Am Mittwochabend soll eine Videobotschaft des Papstes anlässlich der Konferenz zum zehnten Jahrestag des Dokuments "Amoris laetitia" von Papst Franziskus (2013-2025) veröffentlicht werden, so Bruni.
Dem Papst war am Dienstagabend im römischen Gemelli-Krankenhaus ein bösartiger Lungentumor entfernt worden. Bei der rund 90-minütigen Operation wurde dabei der untere Lappen der rechten Lunge entfernt, in dem sich das Adenokarzinom befand, wie der Vatikan in der Nacht auf Mittwoch mitteilte.
Ein Lungen-Adenokarzinom ist ein sogenanntes nicht-kleinzelliges Lungenkarzinom. Sie machen einen Großteil der Lungenkrebsformen aus und treten häufig bei Rauchern auf, aber auch vermehrt bei Nichtrauchern, jüngeren Patienten und Frauen. Da Lungen-Adenokarzinome häufig in den äußeren Bereichen der Lunge entstehen, können sie lange unbemerkt bleiben. Werden sie in einem frühen Stadium entdeckt, sind die Behandlungsaussichten in der Regel günstiger. Allerdings können auch diese Tumoren bereits früh Metastasen bilden.
Adenokarzinome sind bösartige Tumoren aus sogenannten Drüsenzellen. Diese Zellen sind sonst für die Bildung von Schleim, Verdauungssäften oder anderen Körperflüssigkeiten zuständig. Grundsätzlich können Adenokarzinome in vielen Organen entstehen, etwa im Darm, Magen, der Bauchspeicheldrüse oder in der Lunge.
Leo XIV. war Dienstagmittag vom Vatikan per Auto ins Krankenhaus gebracht worden. Begleitet wurde er von seinem Sekretär Edgard Iván Rimaycuna Inga und seinem Leibarzt Luigi Carbone. Bei der Ankunft am Spital kurz nach 13 Uhr wirkte der Papst ruhig. Während er raschen Schrittes in das Krankenhaus ging, lächelte er und winkte den hunderten wartenden Menschen und Medienvertretern zu.
Der Papst selbst hatte am Sonntag im Zuge des Mittagsgebets auf dem Petersplatz mitgeteilt, dass Ärzte bei Untersuchungen einen "begrenzten Knoten" in einem "sehr frühen Stadium" in seiner Lunge festgestellt hätten und er deswegen operiert werden müsse. Aus dem Vatikan hieß es am selben Tag, dass Leo XIV. voraussichtlich etwa eine Woche im Krankenhaus werde bleiben müssen; Audienzen sagte der Vatikan bis einschließlich 20. Oktober ab.
Im Vatikanumfeld war zu erfahren, dass der Papst offenbar erst am späten Samstagabend einen engen Kreis von Mitarbeitern über die Lage informiert habe. Nur sie wussten, dass er wegen des Verdachts eines bösartigen Lungen-Tumors rasch operiert werden musste.
Die Ankündigung des Papstes, dass er sich einer Operation unterziehen müsse, löste international große Anteilnahme aus. "Die ganze Kirche Österreichs ist Ihnen nahe, Heiliger Vater!", ließ auch Österreichs Bischofskonferenz-Vorsitzender Franz Lackner wissen und rief zum Gebet für Leo XIV. auf. "Beten und bitten wir, dass der Eingriff gut verlaufen und die Genesung sich rasch einstellen wird", so Lackner am Montag. "Lieber Heiliger Vater, in diesen sorgenvollen Stunden sind wir Ihnen im Gebet besonders nahe. Möge der Herr Ihnen Kraft und Zuversicht schenken und die Hände der Ärzte führen", schrieb Kardinal Christoph Schönborn in Sozialen Medien. Auch er wünschte Leo "Gottes Segen und eine gute Genesung".
Bundespräsident Alexander Van der Bellen wünschte dem Papst in einem am Dienstagnachmittag an den Heiligen Vater ergangenen Schreiben ebenfalls "eine baldige und vollständige Erholung". In dem der Nachrichtenagentur Kathpress vorliegenden Schreiben brachte der Bundespräsident seine "aufrichtiger Sorge" über den Gesundheitszustand des Papstes zum Ausdruck. "Für die Zeit Ihrer Genesung wünsche ich Ihnen Ruhe und Zuversicht und hoffe, dass Sie bald wieder bei Kräften sein werden, um Ihren verantwortungsvollen geistlichen und weltlichen Aufgaben weiterhin so überzeugend nachkommen zu können", so Van der Bellen an den Papst.
(kathpress.at)