
Ein Sprachtreff ist weit mehr als ein Ort zum Deutschlernen: Er ist ein geschützter Raum für Begegnung, Austausch und gegenseitige Unterstützung. In entspannter Atmosphäre kommen Menschen zusammen, um Sprache im Alltag zu üben, Kontakte zu knüpfen und sich in einer neuen Umgebung besser zurechtzufinden. Wie wertvoll ein solches Angebot sein kann, zeigt das Sprachcafé in Schlins.
Aus dem Wunsch von Frauen mit Migrationshintergrund nach mehr Möglichkeiten zum Deutschlernen entstand im vergangenen Schuljahr in Schlins ein Sprachcafé. Das Kooperationsprojekt des Familientreffpunkts Elli’s und des Caritas Lerncafés wurde von zehn Frauen, darunter auch Mütter mit Kleinkindern, regelmäßig genutzt. „Viele von ihnen sind Mütter von Kindern, die in Schlins das Lerncafé besuchen“, erklärt Larisa Savelyeva vom Caritas Lerncafé. Sie leitete den Unterricht, Natascha Schnetzer vom Elli’s übernahm die Kinderbetreuung. Entscheidend dabei: Jede Teilnehmerin wurde auf ihrem individuellen Sprachniveau gefördert. „Zu sehen, wie die Frauen Schritt für Schritt mutiger wurden, wie sie sich öffneten, lachten und miteinander wuchsen, war für mich etwas ganz Besonderes“, erzählt Larisa Savelyeva.

Auch für den Schlinser Bürgermeister Wolfgang Lässer ist das Projekt ein gelungenes Beispiel für gelebte Integrationsarbeit: „Frauen stärken beginnt dort, wo Bildung und Sprache niederschwellig zugänglich sind. Das Sprachcafé eröffnete Perspektiven und ermöglichte gesellschaftliche Teilhabe. Es zeigte, wie wertvoll Begegnung, das regelmäßige Auseinandersetzen mit der deutschen Sprache und praxisnahes Lernen sind.“

Mit einer gemeinsamen Jause feierten die Teilnehmerinnen und Organisatorinnen den Abschluss des Projekts. Doch das Sprachcafé soll keine einmalige Initiative bleiben: Im Herbst ist eine Fortsetzung geplant. Auch die Teilnehmerinnen freuen sich bereits auf das Wiedersehen. Bis dahin nutzen sie die Sommermonate, um ihre Deutschkenntnisse weiter zu vertiefen: „Über den Sommer üben wir fleißig weiter Deutsch“, sagen sie mit einem Lächeln.