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Lucas Breuer - Katholische Kirche Vorarlberg
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"Mein Glaube ist durch den Fernkurs gewachsen"

Im Herbst startet im Bildungshaus Batschuns erneut der Theologische Fernkurs – ein Angebot, das nur alle vier Jahre stattfindet. Der Kurs richtet sich an Menschen, die sich auf gut zugängliche Weise theologisch weiterbilden und ihren Glauben vertiefen möchten. Kursabsolventin Jacqueline Haller aus Weiler gibt im Interview Einblick in ihre Erfahrungen und erzählt, wie die Wochenenden in Batschuns ihren Blick auf Kirche und Glauben geprägt haben.

Liebe Jacqueline, was hat dich damals dazu bewogen, dich für den Theologischen Fernkurs anzumelden?

 

Ich engagiere mich seit über zehn Jahren ehrenamtlich in der Pfarre und durfte im Laufe der Zeit viele verschiedene Aufgaben übernehmen – von den Sternsingern über die Erstkommunionsvorbereitung und die Ministrantenarbeit bis hin zur Wortgottesfeierleitung und Firmbegleitung.

Schon früh habe ich gespürt, dass ich mein Wissen vertiefen und meine Tätigkeiten in der Pfarre auf ein solides fachliches Fundament stellen möchte. Gleichzeitig wuchs in mir der Wunsch, das, was ich bisher ehrenamtlich mit großer Freude tue, auch beruflich zu leben.

Als ich mich 2022 entschied, meine Stelle als Pfarrsekretärin aufzugeben und mich beruflich neu zu orientieren, stand ich vor der Frage, welchen Weg ich einschlagen möchte: Lehramt oder Pastoral? Dabei wurde mir immer klarer: Mein Herz schlägt für die Pfarre. Dort kann man so vielseitig arbeiten – mit Kindern und Jugendlichen, bei Veranstaltungen und in der Begleitung von Menschen an wichtigen Wendepunkten ihres Lebens. Mein Weg zur Pastoralassistentin ist noch nicht abgeschlossen, und ich bin gespannt, was noch auf mich zukommen wird.

 

Mit welchen Erwartungen oder vielleicht auch Bedenken bist du in den Kurs gestartet – und wie hast du ihn dann tatsächlich erlebt?

 

Ehrlich gesagt bin ich mit der Sorge in den Kurs gestartet, dass die Studienwochenenden sehr trocken werden könnten. Ich hatte die Befürchtung, dass vieles sehr theoretisch bleibt und das Lernen dadurch mühsam wird.

Schon das erste Wochenende hat mich jedoch vom Gegenteil überzeugt. Die Referentinnen und Referenten sind fachlich sehr qualifiziert und zugleich sehr bemüht, die Wochenenden abwechslungsreich und lebendig zu gestalten. Besonders in Erinnerung geblieben sind mir die unterschiedlichen Zugänge zu den Themen – von anschaulichen Bildmaterialien bis hin zu Gruppenarbeiten. Dadurch vergingen die Stunden oft wie im Flug.

Auch unsere Kursgruppe habe ich als sehr bereichernd erlebt. Sie war bunt gemischt: Einige besuchten den Kurs aus beruflichen Gründen, andere wollten ihren Glauben besser verstehen oder tiefer in theologische Themen eintauchen. Auch hinsichtlich der Religionszugehörigkeit war die Gruppe vielfältig – von römisch-katholisch über evangelisch und alt-katholisch bis hin zu freikirchlich. Gerade dieser Austausch und die unterschiedlichen Blickwinkel auf den Glauben waren für mich sehr interessant.

Besonders wertvoll war außerdem unsere kleine Lerngruppe. Wir haben uns immer wieder getroffen, uns über die Inhalte der vergangenen Wochenenden ausgetauscht und gemeinsam gelernt. Vor allem in der Vorbereitung auf die Prüfungen war das eine große Unterstützung.

Ich verstehe heute besser, warum manche Dinge so sind, wie sie sind.
Jacqueline Haller

Gab es ein Thema, eine Erkenntnis oder einen Moment im Kurs, der dich besonders geprägt oder beeindruckt hat?

 

Es gab mehrere Themen und Momente im Kurs, die mich besonders beeindruckt haben. Sehr spannend war für mich das Wochenende in Religionswissenschaften. Dort haben wir einen tiefen Einblick in andere Weltreligionen bekommen, was meinen Blick auf Glauben und Religion noch einmal erweitert hat.

Auch die Dogmatik hat mich sehr geprägt. Die Inhalte wurden nicht nur theoretisch vermittelt, sondern zugleich auf eine Weise erschlossen, die den persönlichen Glauben angesprochen hat. Dadurch wurden Themen, die zunächst abstrakt wirken können, lebendig und greifbar.

Besonders schön waren für mich auch die Aha-Momente in der Kirchengeschichte, wenn plötzlich verständlich wurde, warum manches in der Kirche heute so ist, wie es ist. Ähnlich ging es mir in der Philosophie: Dort wurde mir bewusst, wie viele Fragen und Denkweisen, die uns heute noch beschäftigen, bereits in der Antike grundgelegt wurden.

Gerade diese Verbindung aus Wissen, persönlicher Auseinandersetzung und neuen Perspektiven hat den Kurs für mich so bereichernd gemacht.

 

Was hat dir der Fernkurs für deinen Glauben, dein Denken oder deinen Alltag gebracht?

 

Der Theologische Fernkurs hat mich in meinem Glauben wachsen lassen. Durch die kontinuierliche Auseinandersetzung mit theologischen Themen und die Vorbereitung auf die Prüfungen – auch wenn diese grundsätzlich freiwillig sind – sind bei mir viele neue Fragen entstanden. Gleichzeitig konnten aber auch viele Fragen beantwortet werden, die mich schon länger beschäftigt haben.

Für mein Engagement in der Pfarre hat mir der Kurs viel Sicherheit gegeben. Ich fühle mich in meinem Handeln und in meinen Aufgaben bestärkter und kann vieles bewusster und fundierter einordnen.

Außerdem habe ich durch den Kurs einen differenzierteren Blick auf die Kirche bekommen. Ich verstehe heute besser, warum manche Dinge so sind, wie sie sind, und kann Entwicklungen, Traditionen und Strukturen in der Kirche besser nachvollziehen.

 

Was würdest du jemandem sagen, der oder die überlegt, sich für den nächsten Kurs in Batschuns anzumelden?

 

Ich würde ganz klar sagen: Melde dich an! Zögere nicht – du kannst durch diesen Kurs nur gewinnen.

Ich kann den Theologischen Fernkurs jedem empfehlen, der sich intensiver mit Glauben, Kirche und theologischen Fragen auseinandersetzen möchte. Der Kurs eröffnet neue Sichtweisen auf Kirche, Gesellschaft und den eigenen Glauben. Diese Erfahrungen und Perspektiven möchte ich heute nicht mehr missen.

Theologischer Fernkurs

mehr wissen – tiefer fragen – klarer urteilen

Diese Formel bringt das Angebot der THEOLOGISCHEN KURSE auf den Punkt. Das Angebot lädt dazu ein, sich existenziell mit dem eigenen Glauben auseinanderzusetzen und zugleich zentrale kirchliche, gesellschaftliche und ethische Fragen in den Blick zu nehmen. Ziel ist ein tragfähiger und gesprächsbereiter Glaube, der sich in Kirche und Gesellschaft einbringt.


Im Herbst 2026 startet ein Fernkurs mit Studienwochenenden im Bildungshaus Batschuns. Diese Möglichkeit, den Fernkurs direkt "vor der Haustüre" zu besuchen, gibt es erst wieder 2029!

Alle Informationen im Überblick
Veröffentlicht am 15.06.2026
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