
Samentha ist Witwe und Mutter von drei Kindern, darunter ein Sohn mit Beeinträchtigung. Jahrelang hielt sie ihre Familie als Bäuerin unter schwierigen Bedingungen über Wasser – bis sie durch Hurrikan „Melissa“ ihre gesamte Existenzgrundlage verlor: Ihr Haus in der Gemeinde Moron im Département Grand’Anse wurde zerstört, ein provisorischer Unterschlupf beschädigt, ihre Gärten verwüstet und ihr Vieh fortgerissen.
Durch die Zusammenarbeit der Caritas mit lokalen Partnerorganisationen wie SOFA konnte Samentha gezielt unterstützt werden. Neben finanzieller Hilfe erhielt sie psychosoziale Betreuung, die ihr half, die traumatischen Erlebnisse zu verarbeiten. „Nach den Sitzungen hatte ich das Gefühl, dass mir eine Last von den Schultern genommen wurde. Ich weiß jetzt, dass ich nicht allein bin und weitermachen kann“, berichtet sie. Mit der finanziellen Unterstützung konnte sie das Dach ihrer Unterkunft reparieren, Saatgut kaufen und sich eine neue Einkommensquelle aufbauen. „Diese Hilfe hat mir meine Würde und Selbstständigkeit zurückgegeben.“
Der Hurrikan richtete im Oktober 2025 in Haiti und Jamaika schwere Zerstörungen an. Besonders Haiti traf es hart, da viele Menschen bereits zuvor unter extremer Armut, politischer Instabilität und Gewalt litten. „Der Sturm hat die ohnehin prekäre Lage nochmals massiv verschlimmert“, bestätigt Claudia Meusburger von der Caritas Auslandshilfe.
Um rasch zu helfen, setzte die Caritas ein zweimonatiges Nothilfeprojekt in der betroffenen Region Grand’Anse um, das unter anderem durch Unterstützung aus Vorarlberg ermöglicht wurde. Insgesamt 65 besonders vulnerable Frauen – viele alleinerziehend oder verwitwet – wurden begleitet. Sie erhielten psychosoziale Unterstützung sowie finanzielle Hilfe in Höhe von 192 US-Dollar, die vor allem für Saatgut, Kleinvieh oder Schulkosten verwendet wurde. So konnten sie ihre Ernährung sichern, Einkommen wieder aufbauen und ihren Kindern weiterhin Bildung ermöglichen. Ergänzend wurde in Schulen Aufklärungsarbeit zu geschlechtsspezifischer Gewalt sowie sexueller und reproduktiver Gesundheit geleistet.
„Gerade in Krisensituationen wird deutlich, wie wichtig internationale Solidarität ist“, betont Claudia Meusburger. „Die Hilfe aus Vorarlberg trägt wesentlich dazu bei, dass Menschen wie Samentha neue Hoffnung schöpfen und ihr Leben wieder selbst in die Hand nehmen können.“
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Kennwort: Katastrophenhilfe
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