Vielen ist es schon aufgefallen. Es tut sich was in ihren Pfarren. Nur was? Wie sieht die Zukunft für die katholischen Gemeinden aus? Diese und andere Fragen zum Entwicklungsprozess Kirche in Dornbirn beantworten wir Ihnen bei unseren Informationsabenden.

Der Veränderung vertrauensvoll entgegen gehen – Informationsabend in Dornbirn

Am 16. Mai versammelten sich kirchlich interessierte Menschen aus ganz Dornbirn in Haselstauden. Die Projektgruppe hatte zu einem Informationsabend über das Projekt Kirche in der Stadt – Kirche in Dornbirn eingeladen. Interessiert lauschten die Anwesenden im gut gefüllten Pfarrsaal den Ausführungen über Sinn und Ziel des Projektes. Dabei ist nicht nur manche Frage beantwortet worden, sondern es sind auch neue Fragen aufgekommen, wie die eifrigen Diskussionen an den Tischen erkennen ließen. Besonders die Frage, was passiert mit unserer Gemeinde stand bei den Besuchern im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit und löste teilweise heftige Kontroversen aus. Jedoch gelang es Pastoralamtsleiter Walter Schmolly immer wieder, geäußerte Ängste und Befürchtungen zu beruhigen. Die gezeigte Präsentation findet sich hier.

Nur noch vier Priester für die Stadt

Zu Beginn musste Schmolly allerdings erst einmal die Versammelten schockieren, indem er die Personalpläne für Dornbirn bekannt gab: Statt bisher neun Priestern werden nur noch vier in der Stadt sein. Da war es nur für wenige Zuhörer ein Trost, dass im Gegenzug die Stellen für andere Hauptamtliche von derzeit 4,25 auf sechs Vollzeitstellen erhöht werden. Schmolly begründete die Pläne jedoch einerseits mit dem zu erwartenden Priesterrückgang und andererseits mit der allgemeinen Veränderung in der Gesellschaft, der wir jedoch vertrauensvoll entgegensehen können und der wir uns mit einer angemessenen Erneuerung der Kirche stellen müssen. Dieser Blick steht ganz in der Tradition von Johannes XXIII, der bei der Eröffnung des II. Vatikanums vor 50 Jahren ebenfalls auf die großen Veränderungen für die Menschen hingewiesen und diese Entwicklung als positiv und verborgenen Plan der göttlichen Vorsehung gesehen hatte. Johannes XXIII hatte auch gleich ein Rezept für den Umgang mit diesen Veränderungen parat, welches Schmolly durchaus 1:1 für das Projekt Kirche in der Stadt übernehmen möchte: Wir sollen zwar den Veränderungen der Gegenwart Rechnung tragen, dabei aber die Schätze der Tradition auch bewahren. Das bedeutet, dass Veränderung notwendig ist, aber dabei Gewachsenes und Schönes unserer Gemeinden in Dornbirn erhalten bleiben soll.

Fragen zu Finanzen und Seelsorge

Eine rege Diskussion entbrannte im Anschluss an die Vorstellung der drei einzelnen Pfarrmodelle durch Dekan Erich Baldauf, Pfarrer Werner Ludescher und Pastoralassistentin Nora Bösch. Die Ängste der Pfarrkirchenräte um die Besitztümer der einzelnen Gemeinden und die notwendig geforderte finanzielle Solidarität der Pfarren untereinander kam genauso zur Sprache wie die Frage, was diese Veränderung für die Ökumene bedeuten würde oder was für die Priester am besten sei, damit diese ihrer seelsorgerischen Aufgabe gerecht werden könnten. Genauso hinterfragt wurden die Bedeutung der gemeindlichen Pfarrgemeinderäte oder die mögliche negative Haltung eines neuen Bischofs, der die letzte Entscheidung über die zukünftigen Strukturen der Gemeinden treffen muss. Aber auch die Zeitfrage, warum die Projektgruppe bis Jänner einen Vorschlag gemacht haben muss und die Frage ob überhaupt ein Budget für die Veränderung in der Diözese vorgesehen sei, kamen auf und immer wieder gab es die Bitte bei aller Sorge um zukünftige Strukturen das Gebet nicht zu vergessen.

Für alle, die zu diesem Informationsabend nicht kommen konnten, gibt es noch eine zweite Möglichkeit mehr über die Zukunft der Dornbirner Kirche zu erfahren: Am 31.Mai 2012, 20 Uhr im Pfarrsaal Oberdorf

Katharina Hischer