Neben der allgemeinen Krise der katholischen Kirche, die offenbar bis auf die pfarrliche Basis durchschlägt und dem fast schon traditionellen Hinweis auf den Priestermangel finden sich noch andere Beweggründe, die ins Treffen geführt werden könnten, wenn es um den anstehenden Gestaltungsvorgang zur "Kirche in der Stadt: Bregenz" geht. (von Walter Buder)

"Kirche in der Stadt" - warum eigentlich ?

Vor kurzem erst haben die Bregenzer Pfarren gefeiert - die Ankunft des Hl. Kolumban - um 610 also vor etwa 1400 Jahren - verhalf er der vermutlich schon hier lebenden, kleinen Christengemeinde zu Festigkeit im Glauben und struktureller Stabilität. Durch die Jahrtausende hat sich der Glaube an den gekreuzigten und auferstandenen Gott in sich immer wandelnden Strukturen gehalten. Angemessen vergegenwärtigt in Aufgaben, Strukturen, Rollen und Funktionen ist es bis dato vielfältig präsent und lebendig geblieben.

Wandlung ist für katholische Christen/innen ein Hauptwort und wird immer groß geschrieben. Erst 50 Jahre ist es her, dass das 2. Vatikanische Konzil, tief verwurzelt im Zeugnis der Glaubenstradition und aus ihr schöpfend, ein Leitbild für die katholische Kirche entworfen hat. In diesem Geist und Sinn geht es um  eine tragfähige Zukunftsgestalt für die Kirche in der Stadt Bregenz. Eines der Grundworte des Konzils - jenes von den "Zeichen der Zeit", die "im Licht des Evangeliums zu deuten" sind - weist die Richtung. Dass in absehbarer Zukunft mit nur noch drei Priestern und 2,7 diözesanfinanzierten Stellen für die ganze Stadt zu rechnen ist erhöht den Handlungsdruck, darf aber nicht mit dem bestimmenden Motiv verwechselt werden.

Sich glaubend in den Wandel stellen war 2008 das Wort zum 40. (Geburts)Tag der Diözese. Im Sinn und Geist des Konzils gedeutet erwuchs ein Jahr später - 2009 - das   „Pastoralgespräch: Die Wege der Pfarrgemeinden“. Die Pfarrpastoral in Rollen und Strukturen stellte sich den schwelenden und schmerzenden Fragen. Ein Lernprozess kristallisiert sich heraus - gemeinschaftlich und dialogisch, konfrontierend und wegweisend: Wie den Auftrag für die Kirche von Bregenz erkennen, wie und wo für die Menschen da sein, wovon und muss/kann/soll man sich verabschieden, wo genau müssen/dürfen Rollen, Funktionen und Strukturen verändert sein? 

Wer sucht, der findet und wer anklopft, dem wird aufgetan (Mt 7,8). Die Leute aus den sechs Bregenzer Pfarreien haben - gemeinsam mit ihren Seelsorgern/innen, den pfarrlichen Räten, Ordensleuten und engagierten Laien -  begonnen. Antworten werden erfragt und im Moment (noch bis Mitte Juni) wird die soziale Wirklichkeit der Stadt "abgeklopft". Die Zukunftskonferenz am 15./16. Juni wird Orientierungsbilder erarbeiten und Strukturmodelle bearbeiten und vorlagereif entscheiden. 

Warum eigentlich wollen die Bregenzer Pfarren diesen Lernweg nicht ohne die Leute in den Pfarren und der ganzen Stadt gehen? Und warum sind ihnen Ihre Gedanken, Worte und Werke zur Kirche in der Stadt wichtig ? - Vielleicht  weil sich die Pfarren die Zukunft der Kirche in der Stadt sich nicht ohne Sie vorstellen möchten? Oder weil Sie immer schon wissen wollten, was diese Kirchenleute da so treiben? 
Nun ja, jetzt haben Sie Ihre Chance!