"Vernetzung" lautet auch bei uns das Zauberwort, wenn es um die Flüchtlingsproblematik geht. Schließlich brauchen die vielen Menschen, die aus ihrem Land flüchten mussten, Unterkunft, Kleidung, Nahrung und eine Perspektive. Rund zehn Prozent der Asylwerber sind in kirchlich betreuter Grundversorgung. Caritas, Pfarren, Orden, die Diözese aber auch Privatpersonen schließen sich immer mehr zusammen, um ein Netzwerk für die Flüchtlinge aufzubauen. Ehrenamt spielt dabei ebenso eine große Rolle wie Menschen, die sich hauptberuflich um die Unterbringung der Flüchtlinge kümmern. Und eine neue Plattform gibt es auch noch.

Fast 60 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht - so viele wie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs nicht mehr. Die Menschen fliehen vor Kriegen, Verfolgung und Unterdrückung, Klimakatastrophen oder Hunger. Die Hälfte aller Flüchtlinge sind Kinder. Sie mussten ihre Familien zurücklassen, haben alles verloren und oftmals Gewalt erfahren. Eine humanitäre Katastrophe, die nun alle betrifft - auch Österreich und Vorarlberg. Eine Tatsache, die erkannt wurde, und die vor allem eine Handlung nach sich gezogen hat: Zusammenarbeit.

Diözesankoordinatoren für Flüchtlingsquartiere
Seit rund einem Monat gibt es auf Beschluss der Bischofskonferenz in jeder Diözese einen "Diözesankoordinator für Flüchtlingsquartiere", der sämtliche Gebäude der Diözese auf Bewohnbarkeit überprüft. Gemeinsam mit der Caritas wird besprochen welche Gebäude den Kritertien entsprechen und damit bezugsfertig sind, welche renoviert oder saniert werden müssen und welche leider nicht genutzt werden können. Seit der Einbindung der Diözesankoordinatoren für Flüchtlingsquartiere habe die Suche nach geeigneten Unterkünften im kirchlichen Bereich eine "zusätzliche Dynamik" erhalten, zeigte sich der Generalsekretär der Bischofskonferenz, Peter Schipka, erfreut.

Tendenz steigend
Die Caritas habe innerhalb eines Jahres die von ihr betreuten Plätze für Asylwerber in der Grundversorgung von 2.700 im August 2014 auf jetzt rund 4.400 steigern können. Nach dem Sommer werde man laut Schipka "wohl bei rund 5.000 Plätzen im kirchlichen Bereich sein". Hinzu komme die mobile Betreuung von Flüchtlingsquartieren. Die Zahl der mobil betreuten Menschen sei seit August 2014 von 5.000 auf derzeit 10.370 gestiegen. "Diese Zahlen machen deutlich, dass die kirchliche Caritas die größte Hilfsorganisation in diesem Bereich ist", so Schipka.
 
Stärke der Kirche
Ziel des innerkirchlichen Asylstabes sei es, die Professionalität der Caritas mit der vorhandenen Hilfsbereitschaft der Gläubigen und den räumlichen Ressourcen in Pfarren, Diözesen und Orden so zu verbinden, damit möglichst vielen Asylwerbern in der Grundversorgung und danach bei der Integration geholfen wird. "Die Stärke der Kirche sind überschaubare Wohneinheiten mit einer guten Betreuung durch viel ehrenamtliches Engagement", so der Generalsekretär der Bischofskonferenz. Die vielen Menschen im kirchlichen Bereich, die Flüchtlinge bei Behördenwegen begleiten, Deutschkurse geben, sinnvolle Freizeitaktivitäten anbieten und einfach Zeit schenken, seien genauso wichtig wie passende Unterkünfte.

Zusammen
"Gemeinsam Handeln" ist auch das Stichwort in Vorarlberg, wo sich  Land, Gemeinden sowie Hilfsorganisationen zusammengeschlossen haben  und so ihre Aktivitäten abstimmen. "Jeder Beitrag hilft - ganz gleich wie groß er sein mag", lautet die Devise und so können sich auch Privatpersonen auf der Homepage www.fluechtlingsquartiere.at in verschiedenen Bereichen einbringen. Beim Bereitstellen von Flüchtlingsquartieren z.B.,
Freizeit oder Fähigkeiten. Genaueres erfahren Sie auch hier zum Nachlesen