Mit einem „Pakt für das gemeinsame Haus“ haben sich am Sonntag in Rom mehr als 40 Bischöfe aus dem Amazonasgebiet – unter ihnen der Vorarlberger Bischof Erwin Kräutler – zum Schutz der südamerikanischen Region und seiner Bewohner, einer respektvollen Verkündigung des Evangeliums und einem einfachen Lebensstil verpflichtet.

Am Ende eines Gottesdienstes in der am Stadtrand gelegenen Domitilla-Katakombe unterzeichneten die Bischöfe und zwei Kardinäle die gut zweiseitige Selbstverpflichtung. Damit knüpften sie an einen ersten Katakomben-Pakt an, mit dem sich im November 1965 am selben Ort gut 40 lateinamerikanische und einige europäische Bischöfe zu einer Kirche der Armen verpflichtet hatten.

Anerkennung für Bischof Kräutler

Bischof Kräutler wurde am Ende des Gottesdienstes außerdem als Anerkennung seines jahrzehntelangen Einsatzes für die Menschen im Amazonasgebiet eine Stola des 1999 verstorbenen brasilianischen Erzbischofs Dom Helder Camara (1909-1999) überreicht. Kardinal Hummes legte dem 80-jährigen Kräutler, der von 1981 bis 2015 Bischof der Amazonas-Prälatur Xingu war, jene Stola um den Hals, die Camara selbst bei der Unterzeichnung des Katakomben-Pakts von 1965 getragen hatte.

Kräutler ist einer der Initiatoren der Neuauflage: Darin verpflichten sich die Bischöfe unter anderem zu einer „integralen Ökologie“ und dem Schutz des amazonischen Regenwaldes. Sie erneuern ihre Solidarität mit den Armen, „vor allem unter den Indigenen“, verschreiben sich dem Einsatz gegen jede Form von Gewalt, verpflichten sich zur Ökumene und einer synodalen Kirche, in der alle Getauften sich mit ihrem Anliegen und Stärken einbringen können.

Frauen stärken, Eucharistie feiern, einfach leben

Insbesondere der vielfältige Einsatz und Dienst von Frauen, die Gemeinschaften in Amazonien leiten, müsse anerkannt werden. Daher wollen die Bischöfe Frauen, die eine Dorfgemeinschaft und Gemeinde de facto leiten, „mit angemessenen Diensten und Ämtern stärken“.
Darüber hinaus wollen die Bischöfe sich noch intensiver dafür einsetzen, dass die katholische Kirche vor Ort präsenter ist und „das Recht der Gemeinden auf den Tisch des Wortes und den Tisch der Eucharistie verwirklicht ist“.
Schließlich verpflichten sich die Bischöfe „angesichts der Konsum-Lawine zu einem „frohen, nüchternen und einfachen Lebensstil an der Seite der Menschen, die wenig oder nichts haben“.

Quelle: kathpress.at / red