Unter diesem Titel kommen im Februar 2020 Vertreter der Ortskirchen der Mittelmeerstaaten in Bari zusammen. Auch Papst Franziskus wird zu dem synodalen Treffen erwartet.

Friedensgrenze Mittelmeer: Was für eine schöne Formulierung – was für eine schöne Idee. Die Realität, freilich: Das Gegenteil. Wer darf sich wann und wo um die Flüchtlingsboote kümmern, die – ungeeignet und völlig überfüllt – von der libyschen Küste in See stechen? Wie werden die Schutzsuchenden in der europäischen Union verteilt? Und wo, bei alledem, bleiben unsere christlichen Ideale von Nächstenliebe und Mitgefühl?

Mit allen, die es angeht

All diese Fragen werden im kommenden Jahr bei der geplanten Mittelmeer-Synode von diskutiert. Vom 19. bis 23. Februar 2020 wollen die Vorsitzenden der katholischen Bischofskonferenzen der Anrainerstaaten und der mit Rom unierten östlichen Kirchen in Bari „gemeinsam und brüderlich ergründen, was Gott heute von der Kirche im Mittelmeerraum verlangt“. Das Treffen mit dem Titel „Friedensgrenze Mittelmeer“ ist ausdrücklich nicht als rein europäisches geplant, sondern es bezieht auch Vertreter aus Staaten auf dem afrikanischen Kontinent mit ein. Das Hören auf die Stimmen der Ortskirchen des Nahen Ostens und Nordafrikas, wo es zu „dramatischen Situationen“ komme, gebe einen realistischeren Blick auf die Probleme und erlaube die Ausarbeitung konkreter Vorschläge aus der Perspektive der betroffenen Staaten, so Kardinal Gualtiero Bassetti, Vorsitzender der einladenden italienischen Bischofskonferenz (CEI). Er hofft, dass die Gemeinschaft der Ortskirchen des Mittelmeerraums, anders als andere Institutionen, einen „umfassenden und organischen Blick“ auf die Erfordernisse der Situation entwickeln können, der in anderen Gremien fehle. Zu dem Treffen wird auch Papst Franziskus erwartet.

Wiederannäherung der Ufer

Die Vorbereitungen für das Bischofstreffen in Bari laufen bereits. Die italienische Bischofskonferenz hat dafür ein Komitee unter dem Vorsitz des Bischofs von Acireale, Antonino Raspanti, eingesetzt. Raspanti betonte , dass „das Leid und die Hoffnung der Völker um das Mittelmeer“ das zentrale Thema sein werden. Die Migrationsfrage werde ebenfalls behandelt – aber nicht ausschließlich. Es gehe auch darum, wie die Ortskirchen den Völkern bei der sozialen Entwicklung, bei der Überwindung der Ungerechtigkeit und Friedensbemühungen helfen können. Wenn es gelingt, soll Bari den Auftakt zu einer Wiederannäherung der Ufer markieren.

Bereits bei der ersten Sitzung des Komitees, erklärte Kardinal Bassetti, der Begriff „Grenze“ sei ein Schlüsselwort, um den Mittelmeerraum zu begreifen: „Grenze“ dürfe dabei jedoch nicht im Sinne von Trennung oder Spaltung verstanden werden, sondern als „Geist der Grenze, der es ermöglicht, über das Bestehende hinauszugehen und die Herausforderungen anzunehmen“. Wörtlich stellte der Kardinal fest: „Im Licht der Geschichte haben wir gelernt, dass es keinen Frieden ohne das Mittelmeer gibt. Dieses Meer vereint und teilt die Welt. Jene, die am meisten unter diesen Teilungen leiden, sind die Armen. Es genügt, die Chronik der letzten Jahre anzuschauen, um das unter Beweis zu stellen“.

Quelle: kathpress.at / religion.orf.at / red