Am heutigen 24. März gehen weltweit wieder für eine Stunde die Lichter aus – und vielen Menschen hoffentlich gleichzeitig welche auf. Denn so wie bisher kann es nicht weitergehen.

Es war nur so ein Gedanke. Die Idee, einfach mal den Stecker zu ziehen. Einmal für eine Stunde im Jahr abzuschalten – das Licht und all die anderen Energiefresser, die nicht überlebensnotwendig sind. Und dann saß man da bei Kerzenschein, 2007 in Sydney, und dachte darüber nach, was unser täglich Strom eigentlich bedeutet – für uns selbst und für die (Um-)Welt. Die Antwort dürfte Sie wenig überraschen: Einiges. Es sieht finster aus, ganz, ganz finster. Wenn es so weitergeht wie bisher – und bisher spricht nichts Echtes dagegen – ist das Klimaziel von maximal zwei Grad Celsius Erderwärmung im Vergleich zum Niveau von vor der Industrialisierung  das Papier kaum wert, auf dem es 1992 festgehalten wurde. Und machen wir uns nichts vor: Mit ein bisschen energiepolitischem Mittelalter einmal im Jahr wird man daran nichts ändern. Kein Pol schmilzt langsamer, kein Art stirbt weniger, wenn wir uns am Wochenende ein solches klimatisches Feigenblatt vorhalten. Aber!

Eine zweite Chance

Es geht ums Prinzip. Das da heißt: „Earth Hour“ und sich seit dem initiierenden Funken wie ein Lauffeuer um den Globus herum ausgebreitet hat. Seit 2007 gehen zwischen New York, Rio und Tokio einmal im Jahr die Lichter aus – heuer am kommenden Samstag, den 24. März zwischen 20:30 und 21:30 Uhr Ortszeit.

Allein im vergangenen Jahr erreichte die Earth Hour hunderte Millionen Menschen in 187 Ländern und Staaten. Mehr als 12.000 markante Gebäude wurden verdunkelt, unzählige Kilowattstunden gespart. Und plötzlich wird ein Schuh draus: Aus ein, zwei Leuchtmitteln weniger werden Millionen, aus traurigen Einzelkämpfern eine Bewegung. Und vielleicht, vielleicht hat der Planet doch noch eine Chance.

Press the Button!

Im Ländle bleibt Samstagabend die Basilika in Rankweil dunkel, die Kirchen in Nofels, Hard und Thüringen. In Bregenz verzichten Festspielhaus mit Seebühne und Martinsturm auf Beleuchtung – und vielleicht ist ihr Wohnzimmer auch mit dabei? Wir würden uns freuen. Und der Planet sowieso.