Einen guten Rahmen bieten

Große Veränderungen

Wer für Ehrenamtliche verantwortlich ist, spürt die Auswirkungen der großen gesellschaftlichen Veränderungen der letzten 30 Jahre. "In der heutigen Zeit sind – anders als früher –

  • Überschaubarkeit/ Flexibilität,
  • Mitbestimmung/ Partizipation,
  • Fortbildung/ Qualifikation und
  • Wertschätzung/Gratifikation

unabdingbare Voraussetzungen für den Aufbau und die Gestaltung wirkungsvoller und nachhaltiger ehrenamtlicher, d.h. freiwilliger Tätigkeit.", schreibt Dr. Valentin Dessoy aus Mainz in seinem lesenswerten Artikel über "Das 'neue' Ehrenamt in einer missionarischen Kirche". Hier findet sich ein geschichtlicher Abriss über das Ehrenamt allgemein und in der katholischen Kirche im Besonderen.

Impulse für den guten Rahmen für Freiwillige

Die Katholische Frauenbewegung Österreich zählt 2001 in einem Infofolder zum "Jahr des Ehrenamtes" 10 Punkte auf, die das Ehrenamt auch Heute fördern können: 

  • Beginnen: Bevor eine Tätigkeit aufgenommen wird, müssen Arbeitsbedingungen, Anfang, Dauer und Beendigung der Arbeit abgeklärt und festgelegt werden.
  • Beenden: Die Aufgabe soll abgeschlossen, reflektiert und abgegeben oder wieder neu begonnen werde, indem man sich z.B. einer zweiten Wahlperiode stellt.
  • Beschreiben: Arbeitsplatzbeschreibung und Anforderungsprofile sind notwendig, um ein gedeihliches Miteinander von Haupt- und Ehrenamtlichen sicherzustellen.
  • Beteiligen: Sowohl Arbeit als auch Verantwortung und Entscheidungskompetenz (= Macht) sind zu teilen.
  • Begrenzen: Ehrenamt darf keine Vollbeschäftigung sein. Die Grenzen durch andere Verpflichtungen (Beruf, Familie, persönliche Bedürfnisse) sind zu akzeptieren.
  • Begleiten: Fachliche Aus- und Weiterbildung, Beratung und Supervision sollen eingefordert und in Anspruch genommen werden.
  • Berichten: Ehrenamtliche Arbeit muss "öffentlich" gemacht werden (Tätigkeitsberichte, Zeitungen,...). Die ehrenamtlichen Arbeitsstunden und die dadurch ersparten Mittel sollen als Leistung sichtbar werden.
  • Belegen: Für ehrenamtliche Arbeit soll es einen allgemein gültigen Tätigkeitsnachweis geben. Er muss Umfang, Dauer, Art und Qualität der ehrenamtlich geleisteten Arbeit enthalten und soll ein Kriterium für den Wiedereinstieg in den Beruf bzw. in eine politische oder sonstige Aufgabe sein.
  • Bezahlen: Spesen, die sich aus der ehrenamtlichen Tätigkeit ergeben (Telefon, Material, Fahrtkosten, Tagungsgebühren) sollen ohne Bedenken geltend gemacht und unbürokratisch vergütet werden. Zusätzliche Aufwandsentschädigungen oder Versicherungen sind bei umfangreichen Tätigkeiten angebracht.
  • Belohnen: Als gesellschaftlich notwendige Aufgabe muss ehrenamtliche Arbeit anerkannt werden: durch Anrechnung auf die Pension, Steuerabsetzbetrag, Freistellung für ehrenamtliche Tätigkeiten, gesetzliche Unfallversicherung u.a.

Den gesamten Infofolder finden sie hier. 2008/09 hatte die kfb das Motto "Berufen zum Ehrenamt" mit einem besonderen Fokus auf das mehrheitlich weibliche Ehrenamt in der Katholischen Kirche und in der Gesellschaft.