Vielleicht hängt dieses Bild mal im Museum, Titel: „Menschen, die auf Smartphones starren“, Genrefotografie 2017. In einer Reihe mit ähnlichen Szenen – aus der S-Bahn, dem Wartezimmer, der Schlange im Supermarkt.

Wenn es nach Papst Franziskus ginge, könnte das alles ganz anders aussehen: „Was würde passieren, wenn wir die Bibel genauso behandeln wie unser Handy? Wenn wir umkehren, um sie zu holen, weil wir sie zu Hause haben liegen lassen, wenn wir sie mehrmals am Tag zur Hand nehmen, wenn wir die Botschaften Gottes in der Bibel lesen, wie wir die Botschaften auf dem Handy lesen?“ fragte er die Gläubigen am ersten Fastensonntag. Und so wie es gerade aussieht, hat der Mann einen echt guten Riecher…

500.000 verkaufte Bibeln

Eine halbe Million Bibeln wurden verkauft, seit sowohl katholische als auch evangelische Kirche Neuübersetzungen auf den Markt gebracht haben. Zehn Jahre Arbeit stecken in den neuen Texten, die nicht nur sprachlich verjüngt wurden, sondern vor allem den gegenwärtigen Stand der Wissenschaft abbilden.

In Sachen Absatz haben die Protestanten bisher die Nase vorn – 330.000 verkaufte Exemplare der neuen Lutherbibel stehen 120.000 Bibeln aus dem Verlag Katholisches Bibelwerk gegenüber. Allerdings hat die evangelische Neuauflage auch einen Zeitvorsprung von mehreren Monaten...
Neben Taschen- und Großdruckausgaben sind auch Geschenkausgaben im Ledereinband, mit Prägungen und Goldschnitt sowie Sondereditionen für Jugendliche etc. erhältlich.

Morgens, halb zehn im ÖPNV

Vielleicht sieht man morgens um halb zehn in der Bahn bald also nicht mehr nur Menschen, die auf Bildschirmen herumwischen, sondern auch die, die in der Bibel blättern. Vielleicht, weil es kurz vorher „Pling“ gemacht hat und eine SMS vom Heiligen Vater höchstselbst auf dem Handy gelandet ist. Kurznachrichten mit Anregungen und Botschaften verschickt der Vatikan nämlich auch heuer wieder als besonderen Service in der Fastenzeit...
(kathpress/red)