Diözese Feldkirch, trau Dich! Vivas, Vivas, Vivas!

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Am heutigen 40-Jahr-Jubiläum der Diözese Feldkirch gratulierte Festredner Prof. Dr. Roman Siebenrock sehr persönlich, zeitgemäß und kirchlich-theologisch versiert. Auf den Tag genau vor 40 Jahren, am 8. Dezember 1968, wurde die päpstliche Errichtungsurkunde der Diözese Feldkirch verlesen und damit die Ortskirche vor dem Arlberg offiziell errichtet.

Von Wolfgang Ölz (Vorarlberger KirchenBlatt)

Die Diözese beging diesen feierlichen Anlass heute Nachmittag mit einer Feierstunde im Saal des Diözesanhauses. Bischof Dr. Elmar Fischer begrüßte zahlreicher Ehrengäste wie Metropolit Dr. Alois Kothgasser, Bischof Dr. Klaus Küng, Bischof Dr. Manfred Scheuer, Landeshauptmann Dr. Herbert Sausgruber, Altlandshauptleute Dr. Martin Purtscher und Dr. Herbert Kessler, Landtagspräsident Gebhard Halder und Feldkirchs Bürgermeister Mag. Wilfried Berchtold. In den hinteren Stuhlreihen hörte man den ehemaligen Finanzkammerdirektor Hugo Wund mit Lustenauer „Overstatement“ staunen: „Da sind ja Bischöfe wie beim Konzil!“ Die Antwort: „Ja, wir haben vier Bischöfe da, genau für jedes Jahrzehnt einen.
Bischof Elmar Fischer betonte in seiner Grußadresse, dass es wesentlich für die Kirche sei, die Würde des Menschen zu verteidigen.

Der Salzburger Erzbischof Dr. Alois Kothgasser, als Metropolit kirchenrechtlich in besonderer Weise mit der Diözese verbunden, attestierte der Kirche vor dem Arlberg einerseits Jugend durch die 40jährige Geschichte, andererseits Reife durch die Jahrtausend alte Geschichte. In Reife und Jugend, so der Erzbischof, soll diese zum Heil der Menschen und zum Heil der Kirche wirken.
Pastoralamtsleiter Dr. Walter Schmolly stellte den Hauptredner Professor Dr. Roman Siebenrock vor. Aus amerikanischen Filmen, so Schmolly, sei der Brauch bekannt, zum Geburtstag einen Festredner einzuladen, der trotz einem Naheverhältnis, doch auch eine gewissen Distanz zum Leben des Geburtstagskindes habe, und so aus ungewohntem Blick neue Aspekte des Jubilars zutage fördern könne. Genau in diesem Sinne sei Professor Siebenrock ein idealer Geburtstagsredner, weil er wie kein anderer Hochschulprofessor in Vorarlberg präsent sei, und doch durch die Universität in Innsbruck eine gewisse Distanz zur Diözese habe.

Unter dem Titel „Erwachsen ja - selbständig nie - von der Reifung einer Ortskirche“ entwickelte Siebenrock seinen Festvortrag. Gleich zu Beginn outete er sich als Oberschwabe und reklamierte damit gleichzeitig, selbst auch Alemanne zu sein. Mit trockenem Witz und akademischer Schärfe redete er mit der „Jubilarin“ von Du zu Du: „Bist Du ihm schon begegnet, Deinem brennenden Dornbusch? Traust Du Dir diesen zu? Bist Du noch neugierig für das Ungewohnte, das Erstaunliche, das immer die Gefahr in sich birgt, das Gewohnte zu verstören, uns aus der Bahn zu werfen. Wohin willst Du die Menschen in diesem Lande herausrufen?“
Die Diözese sei eindeutig ein Kind des II. Vatikanischen Konzils. Siebenrock appellierte an die notwendige Erneuerung der Kirche in der Schule dieses Konzils durch die Kraft des Heiligen Geistes und unter „entschiedener Absage an die Unglückspropheten und Museumswärter“.

Den Vortrag im Gesamtwortlaut finden Sie hier (es gilt das gesprochene Wort).

Das Flötenensemble des Landeskonservatoriums unter der Leitung von Sabine Gstach, umrahmte die feierliche Stunde und leitete auch über zu den Ehrungen. Zu den herrlich dissonanten Klängen der Flöten  konnte das anwesende Festpublikum der Aufforderung des Festredners folgen, „das Land, alle seine Leute und die Geschichte der letzten 40 Jahre an seinem geistigen Auge vorüberziehen zu lassen“.
Der krönende Abschluss der Feierlichkeiten im Diözesanhaussaal war die Ehrung um die Diözese Feldkirch verdienter Personen durch Generalvikar Dr. Benno Elbs. Der wichtigste Geehrte dieses Tages ist sicher Altlandeshauptmann Dr. Herbert Kessler, der das goldene Ehrenzeichen der Diözese Feldkirch erhielt. Generalvikar Benno Elbs bezeichnete ihn sogar als „Vater der Diözese“. Allen Schwierigkeiten zum Trotz verfolgte der Geehrte sein Ziel, Vorarlberg auch als Diözese eigenständig werden zu lassen, mit seiner „liebenswürdigen Hartnäckigkeit“.
Das Silberne Ehrenzeichen der Diözese Feldkirch erhielten Günter Lampert, Dr. Walter Fehle, Gertrud Weber und Madre Angela Flatz HSF. Jürgen Weiss, Präsident des Bundesrates erhielt die Crux Magna, S. Gregorii Magni, Msgr. Anton Bereuter wurde zum Praelatus Honorarius ernannt und Krankenhausseelsorger Cos. Dr. Peter Rädler bekam den Ehrentitel Cappellanus Suae Sanctitatis.

Bilder zu den Geehrten finden Sie hier!


Von Dietmar Steinmair veröffentlicht am 08.12.2008

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