Johannes der Täufer und Carl Lampert stehen im Zentrum eines Abends über Wahrheit, Widerspruch und den Preis einer Entscheidung.
Fast zwei Jahrtausende trennen ihre Lebenswelten. Bei beiden aber gibt es den Moment, in dem ein gesprochenes Wort Folgen hat und Schweigen sicherer wäre. Von dort führt der Abend zur Frage der Zeugenschaft: Wer sieht, was geschieht? Wer spricht? Wer bleibt stehen, wenn Wegsehen leichter wäre?
Carl Lamperts Geschichte bringt diese Fragen in die Erfahrung des 20. Jahrhunderts, Johannes der Täufer in eine weit ältere Überlieferung.
Brigitte Walk führt Regie und entwickelt aus Walter Buders Texten, Bruno Oberhammers Orgelspiel und Bewegung eine szenische Form für den Kirchenraum.
Der Tänzer Kilian Haselbeck trifft dabei auf Menschen aus Höchst, Göfis und Umgebung; Sandra Münchow gestaltet Ausstattung und Kostüm.
Historische Figuren werden nicht nachgespielt. Ihre Geschichten erscheinen in Stimmen, Körpern und Bildern und geraten so in unmittelbare Nähe zur Gegenwart. „Wolke von Zeugen“ fragt schließlich nicht nur, was damals geschah, sondern was Zeugenschaft heute bedeuten kann: Was tue ich mit dem, was ich erkannt habe?