
Das digitale Archiv enthält unter anderem Bilder, Gussjahre, Inschriften, Gewichte und Angaben zu den Glockengießereien. Zudem können Interessierte Hörproben einzelner Glocken und des gesamten Geläuts abrufen. Wie die "Kleine Zeitung" am Freitag berichtete, ist der Bezirk Voitsberg der erste Bezirk Österreichs, dessen Glockenbestand nahezu vollständig digital dokumentiert wurde. 28 Kirchen von Salla über Modriach bis Stallhofen wurden mit sämtlichen Glocken erfasst. Derzeit arbeitet das Institut an der Erforschung und Dokumentation im Bereich der Region Mühlviertler Kernland.
"Es ist tatsächlich eine gesamtgesellschaftliche Aufgabe, die Kirchenglocken und ihren historischen Klang als wertvolle Kulturgüter für kommende Generationen zu dokumentieren und zu bewahren", sagt Thomas Zimbelmann, Vorsitzender des Glockenkundlichen Instituts, der "Kleinen Zeitung". Ergänzungen und Korrekturen durch Pfarren, Glockenfachleute und Menschen mit lokalem Wissen sind ausdrücklich erwünscht und können über die Website vermittelt werden.
Das unter www.glockenarchiv.at zugängliche Archiv wird laufend erweitert. Auch eine 3D-Visualisierung sei möglich, heißt es auf der Website des Instituts. So werde das Wissen über Glocken zeitgemäß zugänglich, dauerhaft gesichert und unkompliziert zugänglich. Neben aktuell vorhandenen Glocken werden auch historische Glocken dokumentiert, die zerstört, umgegossen oder anderweitig nicht mehr vorhanden sind, sofern ausreichende Belege vorliegen. Damit soll auch Wissen über frühere Glockenbestände und deren Klang erhalten bleiben. Auch Vorträge und Führungen werden angeboten.
Das Glockenkundliche Institut unterstützt Pfarren, Gemeinden und andere Institutionen bei Fragen rund um Kirchenglocken. Das Angebot reicht von der Bewertung des Zustands bestehender Geläute über Wartungskonzepte bis zur fachlichen Begleitung von Restaurierungen und Neubeschaffungen. Mithilfe akustischer Messungen und Analysen wird der Klang der Geläute beurteilt. Darauf aufbauend erarbeitet das Institut Konzepte zur klanglichen Optimierung und zur harmonischen Ergänzung bestehender Glockenbestände.
Bei Instandsetzungen arbeitet das Institut nach eigenen Angaben eng mit der Denkmalpflege und Handwerksbetrieben zusammen. Es erstellt Restaurierungskonzepte, formuliert Erhaltungsziele und begleitet die Umsetzung fachlich. Dabei sollen die historische Substanz und der Klangcharakter der Glocken bewahrt werden. Grundlage sei die traditionelle österreichische Läutekultur, deren Bestand in den vergangenen Jahrzehnten deutlich zurückgegangen sei. Ziel sei es, bewährte Traditionen mit modernen Methoden zu erhalten.
(kathpress.at)