
Sechs Kinder und Jugendliche sind an diesem Nachmittag im Lerncafé Rheindelta in Höchst. Es wird gelesen, gerechnet und erklärt, aber auch viel erzählt und gelacht. Ein 13-jähriger Mittelschüler berichtet, dass er mit den Textaufgaben zu kämpfen hat. „Die letzte Schularbeit war eine Vier, es ist nicht sicher, ob ich so in die nächste Klasse aufsteigen kann.“ Dabei möchte er unbedingt mit seinen Klassenkameraden zusammenbleiben. Neben ihm sitzt Oswald, ein freiwilliger Lernhelfer, und erklärt ihm den Rechenweg. Nach und nach wird die Aufgabe auch für den Schüler klarer – und plötzlich machen die Zahlen Sinn. Am Tisch neben dem Fenster sitzt ein 8-jähriges Mädchen, das aus einem Pferdebuch vorliest. „Du machst große Fortschritte!“, lobt sie Lina, eine weitere Freiwillige.
Im Lerncafé Rheindelta werden aktuell 13 Schülerinnen und Schüler aus der Volks- und Mittelschule begleitet. Unterstützt werden sie dabei von drei engagierten Freiwilligen. Da ein Lern-Helfer aufgrund einer längeren Reise vorübergehend ausfällt und zugleich bereits einige Volksschulkinder auf der Warteliste stehen, sucht das Team derzeit dringend zusätzliche Unterstützung. Pädagogische Vorkenntnisse sind nicht erforderlich. „Geduld, die Fähigkeit, Kinder zu ermutigen sowie die Bereitschaft für mindesten zwei Stunden freiwilliges Engagement pro Woche sind die wichtigsten Voraussetzungen“, so Michele Wolfgang, die Koordinatorin des Lerncafés Rheindelta. Die Einsatzmöglichkeiten werden dabei individuell auf die Fähigkeiten und Interessen der Freiwilligen abgestimmt. „Ob Hilfe bei den Deutsch-Hausaufgaben, Üben von Mathematik oder gemeinsames Lesen – wir freuen uns über jede Form der Unterstützung“, unterstreicht die Caritas-Mitarbeiterin.
Die 16 Lerncafés im Land sind ein kostenloses Angebot, wenn das Geld für die Nachhilfe fehlt, die Wohnsituation ungeeignet zum Lernen ist oder die Deutschkenntnisse des Kindes für den Schulerfolg noch nicht ausreichen. Nach der Lernzeit wird noch gemeinsam gespielt und eine gesunde Jause gegessen. Neben schulischem Erfolg geht es auch um soziale Kompetenzen, um Gemeinschaft und darum, Kinder in ihrem Selbstvertrauen zu stärken. Auch für die freiwilligen Helfer:innen ist das Engagement bereichernd, denn sie erleben unmittelbar, wie ihre Zeit und ihr Wissen Kindern helfen und Fortschritte möglich machen. Für Lerncafé-Koordinatorin Michele Wolfgang steht dabei vor allem eines im Mittelpunkt: „Für mich ist das Lerncafé ein Ort, an dem Beziehung vor Leistung kommt. Kinder können nur dann lernen, wenn sie sich sicher und gesehen fühlen.“
Freiwillige gesucht:
Die Koordinatorin des Lerncafés Rheindelta, Michele Wolfgang (T 0676 88420 4026, E michele.wolfgang@caritas.at) freut sich bei Interesse über eine unverbindliche Kontaktaufnahme.
Alle Infos und Kontakte: www.caritas-vorarlberg.at/lerncafe