
Kurz nach dem Mittagessen treffen sich die Mitarbeitenden des „gschickt & gschwind“ zu einer Arbeitsbesprechung. Es stehen vielfältige Arbeiten an, einige davon sind mit einem fixen Abgabetermin und deshalb besonders eilig. „Wir sehen uns als verlängerte Werkbank von Unternehmen, die gewisse Arbeiten an uns auslagern“, erzählt Stellenleiter Sabino Juriatti. Auch große Industriebetriebe, wie beispielsweise die Firma Liebherr, zählen dabei zu den Partner-Unternehmen – die Zusammenarbeit funktioniere dabei sehr routiniert und reibungslos. Es ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten: „Die Unternehmen geben uns Aufträge, beispielsweise für Falt- und Biegearbeiten und haben in uns einen verlässlichen Partner. Menschen mit Beeinträchtigung erledigen diese Aufträge möglichst eigenständig. Für sie bieten wir eine gute Vorbereitung für einen späteren Job am ersten Arbeitsmarkt“, beschreibt Juriatti. Ziel sei es, Menschen mit Beeinträchtigung auf vielfältige Weise so zu unterstützen, dass sie schrittweise den Einstieg in den ersten Arbeitsmarkt gut meistern.
Manny Schäfer erklärt seine Arbeit für den heutigen Nachmittag: „Für die Firma Liebherr biege ich gemeinsam mit Arbeitskollege Lorenz Metallstangen in die gewünschte Form, diese werden später im Unternehmen in Kräne und Baumaschinen eingebaut.“ Es mache ihn sehr stolz, wenn er im öffentlichen Raum einen Kran sehe und wisse, dass er einen – wenn vielleicht auch nur sehr kleinen – Teil dazu beigetragen habe. Sehr oft sind die Klient:innen bei der Auslieferung ihrer Arbeiten auch dabei und sehen so, wie ihre Leistung ein wichtiger Teil im Arbeitsablauf der Unternehmen ist. Manny mag nur eines lieber als seine Arbeit: „Das Wochenende“, lacht er verschmitzt und konzentriert sich gleich wieder auf seine Tätigkeit. Denn Arbeit bedeutet auch Disziplin und Ausdauer – darauf sollen die Klient:innen gut vorbereitet sein. „Wenn wir Termindruck spüren, besprechen wir dies auch klar mit unseren Klientinnen und Klienten. Denn auch das ist eine Realität des Arbeitslebens, auf die wir sie gut vorbereiten möchten“, erzählt Sabino Juriatti.
Aktuell sind 14 Klient:innen in den neuen Räumlichkeiten im WohnCult-Betriebsgebäude in der Klarenbrunnstraße beschäftigt. Bedingt durch Umstrukturierungen im Fachbereich Assistenz und Teilhabe der Caritas erweitert sich die Anzahl der Klient:innen im März auf 20. Angedacht ist auch, dass die Holzwerkstatt der Werkstätte Bludenz ebenfalls in die Klarenbrunnstraße übersiedelt. „Wir haben viele Ideen für diese neuen, tollen Räumlichkeiten. Es soll ein Ort der Begegnung, des Miteinander-Arbeitens sein. Wir erarbeiten aktuell konkrete Möglichkeiten etwa im Bereich des Co-Workings“, machen Judith Bertel und Cornelia Neuhauser als Fachbereichsleiterinnen neugierig auf das, was noch kommt.
Und nachdem so vieles neu ist, soll längerfristig auch ein neuer Name anstelle des „gschickt & gschwind“ stehen. Man darf gespannt sein!
Kontakt:
Stellenleiter Sabino Juriatti, T 0676 88420 2140, E sabino.juriatti@caritas.at