Rund 50 Frauen und Männer – Priester, haupt- und ehrenamtliche Mitarbeiter/innen der Pfarren im Lebensraum Bludenz sowie Menschen aus allen Bereichen der Gesellschaft – werden vom 26 – 28 April - im Bildungshaus Maximilian Kolbe in Bad Waldsee über Zukunftsperspektiven der „Kirche im Lebensraum Bludenz“ arbeiten. Und dabei gilt: mitdenken, mitgestalten, mitbewegen.

Hat Kirche im Lebensraum Bludenz eine Zukunft? Diese Frage würden die Teilnehmer/innen der Zukunftskonferenz in Bad Waldsee wohl alle mit „ja“ beantworten. Wie diese Zukunft aber aussehen soll, welchen Auftrag Kirche heute in Gemeinden und Orten hat, wie man als Mensch von heute als Christin und Christ dort sein Leben gestalten kann und vor allem auch welche Strukturen in Zukunft nötig sein werden, darüber wird am kommenden Wochenende in Bad Waldsee diskutiert und konzentriert gearbeitet.

Zum Lebensraum Bludenz zählen die Pfarren Bludenz Heilig Kreuz, Bludenz Herz Mariae, Lorüns, Bürs und Bings-Stallehr.

Veränderungsfelder und Zukunftsbilder

Die Zukunftskonferenz „Kirche im Lebensraum Bludenz“ ist der nächste Schritt im Planungs- und Entwicklungsprozess „Kirche in der Stadt“, der parallel zu Bludenz auch die Kirche in Bregenz, Dornbirn, Lustenau und Hohenems in die Zukunft führt. In der Auseinandersetzung mit den gegenwärtigen – gesellschaftlichen wie kirchlichen - Lebenswelten werden inhaltliche und strukturelle Zukunftsbilder entwickelt. Sie sind dann Orientierung, entlang der die Zukunft der Kirche aktiv mitgestaltet werden soll.

Sichten, zur Sprache bringen, verändern

Bei der Zukunftskonferenz in Bad Waldsee wird zunächst die aktuelle Situation der Kirche im Lebensraum Bludenz gesichtet, bevor zentrale Veränderungs- und Entwicklungsfelder definiert werden. Für die wichtigsten Themen erarbeiten die Teilnehmer/innen Entwicklungsbilder. Daraus ergibt sich auch automatisch die Frage nach der geeigneten Struktur des kirchlichen Lebens im Lebensraum Bludenz. Diese Frage wird eingehend diskutiert werden und schließlich einem Votum zugeführt.

Für Pastoralamtsleiter Dr. Walter Schmolly geht es bei dieser Zukunftskonferenz um die Fragen „wie wir als Christ/innen heute leben wollen, wie wir die Botschaft Jesu ins Gespräch bringen und für die Menschen da sein können und welche Strukturen diesem Auftrag der Kirche vor Ort dienen können. Die Zukunftskonferenz ist gerade in diesen Fragen eine dichte und intensive Form des Dialogs und des Miteinander-Lernens. Dadurch fließen die Einschätzungen und Anliegen vieler Menschen in die Zukunftsgestaltung der Kirche im Lebensraum Bludenz mit ein.“

„Starkes Lebenszeichen der Kirche“

Positiv geht auch Projektleiter Pfarrer Peter Haas in die Zukunftskonferenz. Er freut sich vor allem über das große Engagement und Interesse so vieler Frauen, Männer und Jugendlicher aus der gesamten Bevölkerung, was für ihn auch ein starkes Lebenszeichen der Kirche im Lebensraum Bludenz ist.

Zur Erklärung – Strukturmodelle für die Pfarrgemeinden

Das Modell der Pfarre, wie man es kennt, ist ein über Jahrhunderte gewachsenes. Und wie die Pfarren entwickelte sich auch das Leben in ihnen, in den Städten und Gemeinden weiter. Um gesellschaftliche und soziale Veränderungen nicht nur passiv zu erdulden, sondern aktiv agieren zu können, startete man in der Diözese Feldkirch 2008 das Pastoralgespräch „Die Wege der Pfarrgemeinden“.
Über zweieinhalb Jahre hinweg wurden auf breiter Basis und unter Beteiligung von mehr als 2000 Personen mögliche Zukunftsmodelle für die Vorarlberger Pfarren diskutiert. Das Ergebnis: Einige wenige Pfarren werden Einzelpfarren bleiben, im ländlichen Raum werden Pfarrverbände errichtet und für die städtischen Lebensräume soll die geeignete Struktur in den vertiefenden Gesprächsprozessen der „Kirche in der Stadt“ erarbeitet werden.

Die Errichtung einzelner Pfarrverbände begann im September 2011 mit Göfis und Satteins sowie Feldkirch Nofels-Tisis-Tosters und wird in den kommenden Jahren fortgesetzt werden. Zwei bis vier benachbarte, lebensräumlich aber eigenständige Pfarren bilden dabei einen Pfarrverband. Dieser wird von einem Priester geleitet.

„Kirche in der Stadt“-Prozess gestartet

Wie aber sieht die geeignete Struktur für die Kirche in Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Lustenau und im Lebensraum Bludenz aus? Darum geht es in den „Kirche in den Stadt“-Prozessen. Damit die Strukturen schlussendlich dem kirchlichen Leben eine gute Stütze sind, ist es wichtig, bei der Frage nach dem Auftrag der Kirche in den Städten anzufangen.
Im Februar 2012 wurden die „Kirche in der Stadt“-Prozesse mit einer gemeinsamen Auftaktveranstaltung gestartet – mit ersten Impulsen, was Kirche in den Städten ist, sein kann und sein soll. Vertreter der Kirche in Bregenz, Dornbirn, Hohenems, Bludenz und Lustenau nahmen daran teil.

Dann haben sich die Wege wieder verzweigt und jeder urbane Lebensraum findet eigenständig zu jenen Rollen und Strukturen, die für den jeweiligen Ort bereitstellen, was dort gebraucht wird, um auf Zukunft hin Kirche vor Ort sein zu können.
Mit der Zukunftskonferenz wird im Lebensraum Bludenz nun der nächste, spannende Schritt in diese Richtung gemacht.


Termin

Zukunftskonferenz Lebensraum Bludenz
26. - 28. April 2013
Beginn: 26. April, 13 Uhr
Ende: 28. April, 15 Uhr
Bildungshaus Maximilian Kolbe in Bad Waldsee


Weiter Informationen zum „Kirche in der Stadt“-Prozess finden Sie  hier