„Jahr der was?“, werden sich viele Menschen Anfang Dezember 2015 gefragt haben, als Papst Franziskus ganz offiziell das „Jahr der Barmherzigkeit“ ausrief. Barmherzigkeit ist ein Wort, das im täglichen Sprachgebrauch wahrscheinlich nur selten vorkommt. Aber es wird gelebt. Wie, zeigen z.B. die „Zeugen der Barmherzigkeit“ am kommenden Wochenende in Vorarlbergs Kirchen. Zum Abschluss des Jahres der Barmherzigkeit, bei dem auch die Pforten der Barmherzigkeit geschlossen werden.

Gelebte Barmherzigkeit – wer kann mit diesem Begriff heute noch etwas anfangen? Ohne konkrete Beispiele wahrscheinlich nur wenige. Wie gut, dass kommendes Wochenende wahrhaftige „Zeugen der Barmherzigkeit“ in den Kirchen Vorarlbergs sprechen werden, die zeigen, dass Barmherzigkeit kein altes, abstraktes Wort ist.

Zeugen der Barmherzigkeit

Wie Silvia Boch aus Möggers, für die Barmherzigkeit bedeutet, „dass ich den Menschen in seiner Situation sehe“. Oder Maria Madlener und Evelin Bayer aus Au, die erklären: „Barmherzigkeit findet jeden Tag statt. In den kleinen Dingen, in jedem guten Wort – immer dort, wo Menschen sich auf Augenhöhe begegnen, immer dort, wo Menschen mit dem Herz am Werk sind.“  Rund 30 Zeugen werden mit ganz persönlichen Einblicken zeigen, wie Barmherzigkeit ins Heute übersetzt werden kann. In der Arbeit mit Flüchtlingen, alten, kranken oder langzeitarbeitslosen Menschen zum Beispiel.

Die Pforten werden geschlossen, aber...

Zum Ende dieses speziellen Jahres werden kommendes Wochenende außerdem  die Pforten der Barmherzigkeit geschlossen, von denen es auch in Vorarlberg fünf gibt. Analog zu der Heiligen Pforte des Petersdomes, die Papst Franziskus am 8. Dezember 2015 eröffnete,  konnte man beim Durchschreiten nicht nur sprichwörtliche neue Räume betreten, sondern  auch seine Sünden hinter sich lassen.  Die Pforten in Bludenz, Feldkirch, Rankweil, Schoppernau und Vandans werden am 19. und 20. November zwar  geschlossen, die menschlichen Türen sollen und werden aber offen bleiben. Für die Menschen am Rande der Gesellschaft, für Arme und Ausgegrenzte - auch über das Jahr der Barmherzigkeit hinaus.

An fünf Orten werden an diesem Wochenende die Pforten in unterschiedlichen Formen geschlossen:

Bludenz, Dominikanerinnenkloster St. Peter
Vigilfeier am Samstag, 19.11.2016, 19.30 Uhr mit Bischof Benno Elbs

Feldkirch, Dom St. Nikolaus
Festgottesdienst am Sonntag, 20.11.2016, 9.30 Uhr mit Bischof Benno Elbs und der Messe „Son of God Mass“ von James Whitbourn für Chor, Orgel und Saxophon, Kammerchor Vokale Neuburg unter der Leitung von Oskar Egle

Rankweil, Basilika
Festgottesdienst am Sonntag, 20.11.2016, 9.00 Uhr, Basilikachor, Predigt hält Univ. Prof. Dr. Josef Niedwiadomski

Schoppernau, Pfarrkirche
Dankgottesdienst am Sonntag, 20.11.2016, 9.00 Uhr, Einzelsegen an der Pforte, Pforte bleibt bis zum 1. Adventsonntag geschlossen

Vandans, Venser Kapelle
Andacht zur Barmherzigkeit, Sonntag, 20.11.2016, 18.30 Uhr