"We like to move it" heißt es schon wochenlang für rund tausend Minis im ganzen Land. Denn die Proben für den Tanz beim Fest am See waren intensiv. Und die Aufführung selbst? Unvergesslich!

Man stelle sich vor: der Platz vor dem Festspielhaus, Tausende feiern ein Fest und plötzlich kommen hunderte Kinder und Jugendliche in blauen T-Shirts, füllen die Freiräume am Platz und beginnen - nach einem warming-up - mit einem Tanz. Nicht immer ganz synchron, aber mit viel Leidenschaft und Energie. Ansteckend fröhlich. Bewegend.

Bewegen wollen die Kinder aber nicht nur sich selbst, sondern auch Dinge in der Welt. Nämlich solche, die nach Hilfe und Veränderung rufen - zum Beispiel die Situation der Straßenkinder in Mukuru, einem der größten Slums Nairobis. So spendet die Diözese Feldkirch für jedes tanzende Kind 10 Euro an ein Projekt in Mukuru. Dort haben die Kinder weder Musik noch Platz zum Tanzen. Denn die Lebensbedingungen sind prekär: über 300.000 Menschen leben meist in Wellblechhütten. Durchschnittlich teilen sich 234 Familien einen Wasseranschluss, auf durchschnittlich 547 Haushalte kommt eine Latrine. Kanalisation und Abfallentsorgung gibt es nicht. Besonders schwierig ist die Situation dort für Straßenkinder. Drogen, Prostitution, Kriminalität gehören zum Leben der Kinder. Jeden Tag geht es ums bloße Überleben.

Die Schwestern der Barmherzigkeit haben 1995 das "Mukuru Promotion Center" ins Leben gerufen, das Jungs ein Jahr lang betreut und ihnen damit die Chance gibt, wieder in ein geregeltes Leben zu finden. Tagesstruktur, Ausbildung sowie Beratung der Eltern gehören zum Programm, das jedes Jahr 65 Jugendliche aufnimmt. Die Aktion "Bruder und Schwester in Not" sowie die Dreikönigsaktion gehören zu den Unterstützern dieses Projektes.

So schlägt der Tanz der Vorarlberg Kinder und Jugendlichen eine Brücke in den Süden. In der Hoffnung, dass die Jugendlichen von der Straße wegkommen und irgendwann einmal Freude am Leben haben. Und vor Freude tanzen.