16 Monate Bauzeit, Büros und Werkstätten auf 1.900 m² und vier Millionen Euro Investitionsvolumen - das sind die einen Zahlen zum neuen Gebäude der Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte. Strahlende MitarbeiterInnen, genügend Platz um Aufträge zufriedenstellend abwickeln zu können und über 1.800 Menschen, die hier bereits Hilfe fanden, sind die anderen Fakten. Kurzum: eine Erfolgsgeschichte.

Rund eineinhalb Jahre ist es her, seit die Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte zu einer Pressekonferenz einluden, um sich selber vom baufälligen Haus am Bahnhof in Dornbirn einen Eindruck machen zu können. Wir haben berichtet. Ungenügend sanitäre Anlagen, ein äußerst schlechter Bauzustand und eine, in keiner Weise dem heutigen Standard entsprechende Wohn- und Verpflegungssituation lautete das damalige Fazit. Und machten eine Generalsanierung des Kaplan-Bonetti Hauses unumgänglich.

„Platz fehlte an allen Ecken und Enden, der bauliche Zustand und Standard war äußerst schlecht und die räumliche Verteilung auf drei Standorte behinderte betriebliche Abläufe“, betonte der Geschäftsführer der Kaplan Bonetti Sozialwerke Peter Mayerhofer.

Vereint auf 1.900 m²
Nun, 16 Monate später, luden die Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte erneut zum Lokalaugenschein ein. Und was geschaffen wurde, kann sich durchaus sehen lassen: Das Büro- und Produktionsgebäude der Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte in der Dornbirner Schlachthausstraße ist fertig. In dem dreigeschossign Gebäude sind nun nicht nur  Verwaltungs- und Lagerräume, sondern auch alle drei Werkstätten vereint. Sie waren bisher an drei unterschiedlichen Standorten in Dornbirn untergebracht. 650 m² Bürofläche im Obergeschoss sind an den Sozial-Dienstleister „aqua mühle frastanz“ vermietet, der die Räumlichkeiten für Schulungszwecke nützen wird.

Drei Werkstätten wieder vereint
Die drei Werkstätten, die bislang auf drei Standorte verteilt waren, sind nun wieder vereint und bieten mit 500 m² auch ausreichend Lagerfläche. „Damit können wir nun endlich auch Aufträge annehmen, die größere Lagerkapazitäten voraussetzen“, freut sich Helmut Johler, seit zwölf Jahren Leiter der Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte. Konkret werden in den Werkstatträumlichkeiten verschiedener industrieller Lohnaufträge, wie Komplettierungen von Produkten, Verpackungs-, Umverpackungs- oder Aussortierungsarbeiten abgewickelt.

„Je nach Auftrag braucht man unterschiedliche Maschinen oder Hilfsmittel. Die Fläche muss deshalb flexibel gehalten werden und ist nur teilweise fix eingerichtet“, erklärt Johler. Insgesamt arbeiteten 2012 rund 170 Frauen und Männer kurz- und langfristig bei den Kaplan Bonetti Arbeitsprojekten. Für 70 bis 100 Arbeitsplätze bietet der Neubau nun Platz.

Angebote für Unternehmen und Privatpersonen
Das neue Gebäude beherbergt auch das Büro des Dienstleistungsbereichs. Diesen gibt es seit Sommer 2012. Angeboten werden Gartenarbeiten, Reinigungsdienste sowie Haus- und Kellerräumungen für Gemeinden, Unternehmen und Privatpersonen. In die Schlachthausstraße umgesiedelt ist auch die Wäscherei des Kaplan Bonetti-Hauses in der Dornbirner Gilmstraße. Sie wird künftig nicht nur die eigene Hauswäsche reinigen, sondern auch für externe Aufträge zur Verfügung stehen.

Synergieeffekte nutzen
Weitere 650 m² Bürofläche im 2. Stock des Neubaus haben die Kaplan Bonetti Sozialwerke an den gemeinnützigen Sozial-Dienstleister „aqua mühle frastanz“ vermietet, der die Räumlichkeiten für Schulungs- und Beratungszwecke nützt. Einerseits bietet aqua mühle im Auftrag des AMS unterschiedliche Bildungs- und Ausbildungsangebote für arbeitssuchende Jugendliche und Erwachsene an. Die Ziele sind berufliche Qualifizierung zu erreichen, Förderung und Vermittlungsunterstützung. Die Outplacement-Mitarbeiter helfen zudem bei der Arbeitssuche und Integration in den Arbeitsmarkt. 2012 betreute aqua mühle in dieser Form in ganz Vorarlberg 955 Personen.

„Aus der Arbeit unter demselben Dach werden sich Synergieeffekte ergeben“, ist Helmut Johler überzeugt. „Zum einen können Klienten der aqua mühle bei uns Praktika absolvieren, zum anderen können wir von ihnen stundenweise Schulungsräume mieten und müssen sie nicht permanent erhalten.“

Kaplan Bonetti - eine Erfolgsgeschichte
Seit der Gründung der Arbeitsprojekte fanden in den drei Werkstätten der Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte über 1.800 Frauen und Männer eine kurz- oder langfristige Beschäftigung. Waren es zu Beginn 60 Langzeitarbeitslose oder davon bedrohte Menschen pro Jahr, stieg die Zahl schon bald auf über 100. Heute arbeiten im Durchschnitt rund 170 Transitarbeitskräfte pro Jahr in der Tischlerei oder einer der Werkstätten. Zugewiesen werden die Frauen und Männer von den Kaplan Bonetti Wohnprojekten, der Kaplan Bonetti Beratungsstelle, dem AMS Vorarlberg, dem Bundessozialamt und der Organisation „Neustart“.

Die Kaplan Bonetti Arbeitsprojekte finanzieren sich durch Eigenerlöse aus den Aufträgen, durch Förderungen des AMS, des Landes Vorarlberg und des Europäischen Sozialfonds.