Der Nothelfer

Gedenktag Vitus: 15. Juni
Name: Vordergründig wird der Name Vitus vom lateinischen Wort „vita“ (Leben) abgeleitet. Damit wäre er „der Lebendige“, kann aber auch als eine Art „lieber Kleiner“ übersetzt werden. Die deutsche Namensform ist Veit.
Visitenkarte: Unerschrocken Glaubender und jugendliches Opfer

Eine geschichtliche Existenz für Vitus kann durchaus angenommen werden, auch wenn die Geschichte seiner Martern als solche zweifellos legendenhaft ist. Nicht mehr klären lässt sich, wie dieser beliebte Nothelfer zum Weck-Heiligen wurde, der für pünktliches Erwachen zuständig war: “Heiliger St. Veit, wecke mich zur rechten Zeit; nicht zu früh und nicht zu spät, bist die Glocke XX.XX schlägt.” Ein solches Stoßgebet vor dem Einschlafen hat zweifellos schon autosuggestiv seine Wirkung.

Nothelfer
Auf kaum einen Nothelfer kommen derart viele Patronate. Politisch ist er der Patron von Sachsen, Böhmen, Pommern, Rügen und Sizilien. Aufgrund seines Alters zeichnete Vitus sich aus als Patron der Jugendlichen, aber genauso gesellte sich hinzu die illustre Runde der Gastwirte, Apotheker, Winzer, Schauspieler, Tänzer, Bierbrauer, Küfer, Bergleute, Kupferschmiede und Landsknechte. Im bäuerlichen Leben ist er der Patron gegen Unwetter, Blitz und Feuersgefahr, für gute Saat, gute Ernte und für die Haustiere. Gesundheitlich ist er zuständig für die ‚hysterischen‘ Krankheitsbilder von Krämpfen über Tollwut, Hysterie bis zur Epilepsie und allem, was mit dem Veits-Tanz zu tun hatte. Zudem war der junge Nothelfer auch noch einer, der es mit den bettnässenden Kindern gut meinte („Heiliger Sankt Vit, weck mich zur Zit, nit zu früh und nit zu spot, dass es nit ins Bett nein got.“).

Archetypisch
Es tut gut, unter dem großen Reigen der Nothelfer auch einen jungen Menschen zu haben, der in noch kindlichem Alter unerschrocken an seinem Glauben festhält und daraus große Kraft schöpft. Egal, was man ihm androhte, blieb Vitus bei seinem Glauben. Er steht ein Stück weit auch für die jungen Menschen, die von Älteren missbraucht oder geschlagen werden und tröstlich zeigt die Erzählung, wie er zwar jung sterben musste, aber trotzdem immer von guten Engeln begleitet war.

Attribute
Am leichtesten erkennbar ist Vitus, wenn er im oder mit dem Kessel für das heiße Öl dargestellt wird.

Weitere Informationen
Markus Hofer, Andreas Rudigier: Die Vierzehn Nothelfer. Das himmlische Versicherungspaket, Innsbruck 2020 (Tyrolia Verlag)

Foto oben: Der Ausschnitt stammt aus dem Altarbild der Kreuzkirche in Dalaas.