Der Nothelfer

Gedenktag Dionysius (Saint Denis): 9. Oktober
Name Dionysius bedeutet im griechischen „dem Gott Dionysius geweiht“. Populäre Formen des Namens sind Dénis (franz.) oder Dennis (engl.).
Visitenkarte: Glaubensbote, Bischof, Märtyrer

Nach der frühen Lebensbeschreibung wurde Dionysius vom Papst mit mehreren Gefährten zur Mission ins gallische Lutetia, dem heutigen Paris geschickt. Der römische Statthalter aber ließ ihn verhaften und mit seinen Gefährten enthaupten. Er gilt als erster Bischof von Paris um 250.

Ein „Kephalophore“
Die Legende erzählt, Dionysius sei auf dem „Berg der Märtyrer“ (mons martyrium = Montmartre/Paris) enthauptet worden, habe sich danach aber wieder aufgerichtet, sein Haupt unter den Arm genommen und sei zu dem Ort gegangen, wo er begraben sein wollte, nach Saint-Denis. Dieses Motiv kommt nicht nur bei Dionysius vor, sondern ist in etwa fünfzig Beispielen bekannt. In Vorarlberg wird dasselbe vom hl. Eusebius erzählt, der sein Haupt wieder hinauf zum Koster Viktorsberg getragen haben soll.

Nothelfer
Da Dionysius vor allem Patron von Frankreich war, sind seine Zuständigkeiten im deutschsprachigen Gebiet vergleichsweise beschränkt. Er wurde angerufen verständlicher Weise bei Kopfweh, aber auch bei Tollwut, Gewissensunruhe und Seelenleiden, bei Hundebissen und Syphilis.

Archetypisch
Er war ein Mann, der mutig in ein fremdes, feindliches Gebiet ging, um dort seinen Glauben zu verkünden. Und er hat für seinen Glauben auch seinen Kopf hingehalten. Er ist bei weitem nicht der Kopflose, sondern der, der konsequent und unbeirrbar seinen Weg geht, auch wenn er sich dafür sonderbarer Mittel bedienen muss.

Attribute
Dionysius wird seinen abgeschlagenen Kopf tragend dargestellt, wobei auf dem Haupt oft noch die Bischofsmytra sitzt.

Weitere Informationen
Markus Hofer, Andreas Rudigier: Die Vierzehn Nothelfer. Das himmlische Versicherungspaket, Innsbruck 2020 (Tyrolia Verlag)

Foto oben: Der Ausschnitt stammt von einer Figur in der Basilika Vierzehnheiligen.