Die Nothelferin

Gedenktag Barbara: 4. Dezember
Name: Der Name stammt aus dem Griechischen und bedeutet „die Fremde“. Es ist ein lautmalerisches Wort, das das unverständliche Gestammel (barbarbar…) von Fremden zum Ausdruck bringt. Die Fremden sind die unverständlich Sprechenden.
Visitenkarte: Selbstbewusste junge Frau, Märtyrerin, Nothelferin

Barbara ist zwar eine der bekanntesten christlichen Heiligen, doch historisch ist sie nicht fassbar. Den vielen Legenden und Geschichten nach war Barbara eine große Schönheit und eine kluge junge Frau, die schon in jugendlichen Jahren in Kontakt zum Christentum kam.

Nothelferin
Bekannt ist das Patronat des Bergbaus mit den Bergleuten und den Geologen. Sie ist aber auch die Patronin der Architekten, Maurer, Steinhauer, Zimmerleute und Dachdecker. Die Nothelferin war ebenso eine wichtige Ansprechpartnerin in persönlichen Nöten, allen voran galt sie als die Patronin der jungen Frauen, die ihren Weg suchen; vielleicht gab sie deshalb die Tipps mit den Zweigen.

Barbarazweig
Der Barbarazweig dürfte ein alter Orakelbrauch sein, der später ausgebaut wurde. In Familien hieß es: Wessen Zweig als erster blüht, ist der Glücklichste. War eine Frau nicht sicher, ob ihr Angebeteter sie liebt, konnte sie es am Zweig sehen: Wenn er bis Weihnachten blüht, gibt es im nächsten Jahr eine Hochzeit. Oder noch diffiziler: War sich eine Frau nicht sicher, welcher ihrer Verehrer der Richtige sei, setzte sie für jeden einen Zweig ins Wasser. Der Zweig, der als erster blühte, war dann der Hinweis auf den künftigen Bräutigam.

Archetypisch
Barbara ist eine junge, selbstbewusste und gebildete Frau, die mit Konsequenz und Willensstärke ihren Weg geht. Selbst durch Folter ist sie nicht von ihrem Glauben, ihrer Überzeugung abzubringen. Sie ist auch ein Beispiel früher Emanzipation. Sie steigt nicht gehorsam in die Spuren, die ihr der Vater gelegt hat, sondern rebelliert dagegen auf, um ihrer eigenen Berufung zu folgen. Zuletzt hat sie Leid und Qualen erfahren, aber die konnten sie nicht brechen. In ihrem Glauben fand sie Trost und Kraft und ging gradlinig durch ihr Ende in der Gewissheit eines neuen Lebens nach dem Tod, wie es ihr Christus versprochen hatte.

Gebet
Wenn die Bergleute unter Tag gingen, beteten die Kinder zur hl. Barbara, damit ihre Väter wieder wohl zurückkommen:
Sankt Barbara, bei Tag und Nacht,
fahr' mit dem Vater in den Schacht!
Steh Du ihm bei in jeder Not,
bewahr' ihn vor dem jähen Tod!

Attribute
Zentrales Attribut ist der Turm möglichst mit drei Fenstern. Oft kommen Kelch und Hostie hinzu als Symbol für die gute Sterbestunde. Generelle Attribute für Märtyrer sind die Palme und die Krone.

Weitere Informationen
Markus Hofer, Andreas Rudigier: Die Vierzehn Nothelfer. Das himmlische Versicherungspaket, Innsbruck 2020 (Tyrolia Verlag)

Foto oben: Diese Plastik befindet sich am Hochaltar der Alten Pfarrkirche Götzis.