Der Nothelfer

Gedenktag Ägidius: 1. September
Name: Der Name geht vermutlich auf das griechische Aigeides (die Hirschkuh) zurück. Varianten des Namens sind Gilles (französisch), aber auch Ägid, Gilgen, Gilg, Ilgen oder Igls.
Visitenkarte: Einsiedler, Klostergründer, Nothelfer

Ägidius ist unter den Nothelfern der einzige, der nicht als Märtyrer starb, der einzige, der in die Zeit nach Konstantin datiert werden muss. Gelebt hat er im 7./8. Jahrhundert. Zwischen den Sümpfen der Rhone-Mündung in der französischen Camargue liegt das nach ihm benannte Kloster Saint-Gilles. Es ist nicht auszuschließen, dass es hier schon in früher Zeit ein Kloster gab, dessen Gründer oder langjähriger Abt mit dem Nothelfer Ägidius identifiziert werden kann.

Nothelfer
Nachdem er sich von der Milch einer Hirschkuh ernährte, wurde er zum Patron der stillenden Mütter. Das Patronat für die Hirten, Jäger und Bogenschützen versteht sich von selber. Als naturnaher Mensch, der die Hirschkuh schützte, ist er auch für Holz, Wald und Vieh zuständig.       

Archetypisch
Ägidius ist die geheimnisvolle Figur, die die Welt verlässt, sich in die Natur zurückzieht und als Einsiedler lebt. Er lebt in Ruhe und Abgeschiedenheit ein naturnahes Leben zusammen mit den Tieren. So repräsentiert er einiges, was uns heute oft abhandengekommen ist: die Stille und Ruhe, die Naturnähe und der fürsorgliche Umgang mit der Natur. Als Abt seines Klosters soll er vielen Notleidenden und Ratsuchenden ein verlässlicher Helfer und Bruder gewesen sein.

Attribute
Dargestellt wird Ägidius meist als Benediktinermönch zusammen mit der Hirschkuh und von einem Pfeil durchbohrt, manchmal auch mit dem Krummstab des Abtes.

Weitere Informationen
Markus Hofer, Andreas Rudigier: Die Vierzehn Nothelfer. Das himmlische Versicherungspaket, Innsbruck 2020 (Tyrolia Verlag)

Foto oben: Das Bild ist ein Ausschnitt aus der Decke der Pfarrkirche Bartholomäberg.