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Was wollen wir vermitteln?

Wozu eigentlich Lehrlingstage, was bringt das für den Berufsalltag? Was bringt das für den Lehrling?
Primär zählt das fachliche Können jeder berufsspezifischen Branche. Neben diesen fachlichen Fähigkeiten gewinnen Begriffe wie Selbstkompetenz oder Sozialkompetenz immer mehr an Bedeutung. Was ist genau damit gemeint?
Sozialkompetenz erlangt man, wenn man seine Qualifikationen

im ICH - Bereich der individuellen Fähigkeiten,
im DU  - Bereich der zwischenmenschlichen Beziehungen,
im WIR - Bereich der gesamtgesellschaftlichen Relationen
verstärkt.


Persönlichkeitsentwicklung: Die Jugendlichen lernen sich selbst besser kennen. Durch vielseitige Methoden wird an einem gesunden Selbstwert gearbeitet. Die Lehrlinge setzen sie sich mit ihren Ressourcen, ihren Möglichkeiten und Zielen auseinander.
Eine unserer Aufgabe ist es, Jugendliche zu ermutigen ihre Unsicherheiten zu überwinden. Sie lernen Ihre eigenen Fragen, Anliegen und Wünsche möglichst klar zu formulieren, einander Feedback zu geben und dabei auch schwierige Themen konstruktiv anzusprechen. Sie sollen auch in emotional schwierigen Momenten ihre eigene Meinung ruhig darlegen können und Gefühle ausdrücken.

Selbständigkeit und Kreativität: Wenn wir Lehrlingen zu vieles allzu perfekt auf dem Servierbrett anbieten, hindern wir sie daran, selbständig mit zu arbeiten. Jeden einzelnen Jugendlichen immer wieder in die konstruktive Gestaltung miteinbeziehen. Freiraum schaffen für kreative Lösungen - sei es im Kochteam, während dem Programm oder in der Freizeit - ist ein fixer Bestandteil der Lehrlingstage.

Teamfähigkeit: Teamfähig zu sein heißt, einander zuhören, Vorurteile abbauen, gegenseitiges Wertschätzen, Rücksicht nehmen, sich abgrenzen, seine Ideen einbringen und begründen, von anderen lernen, den anderen tolerieren und sich schließlich auf eine Idee einigen und diese realisieren. Dies alles immer wieder zu üben sollte während des Seminars immer wieder möglich sein.

Konfliktfähigkeit:
Lautstark herumschreien, Gegenstände durch den Raum werfen oder sich einfach wortlos zurückziehen, sind ebenso Sackgassen-Strategien, wie ständig andere zu beschuldigen. Wir möchten Lehrlingen ein breites Spektrum am Möglichkeiten anbieten wie Konflikte auch anders gelöst werden können. Gemeinsam werden Konflikte aufgezeigt. Es liegt uns daran, die positive Kraft und das Lernfeld daraus zu erkennen und gemeinsam an Lösungen zu arbeiten. Konfliktfähigkeit verlangt, dass wir klar und transparent sind, die Übersicht bewahren, uns aber auch in den anderen einfühlen können! Das Alles bedeutet Training, Training, Training…

Zivilcourage und Solidarität: "Menschen ohne Rückgrat gibt es schon zuviel" deshalb sollen Jugendliche die Gelegenheit bekommen, zu ihrer eigenen Meinung zu stehen, gegen den Strom zu schwimmen. Hier ist es gefragt, sich als ReferentIn angreifbar zu machen, Diskussionen zu führen, auszuhalten, dass sich Lehrlinge gelegentlich gegen die Leitung solidarisieren. Hier ist unser Witz und unsere Kreativität gefragt, die Gruppe zu gewinnen und dabei den Mut und die Courage zu würdigen. Das notwendige Miteinander während der Lehrlingstage - ob auf einer Selbstversorgerhütte oder in freier Natur - bietet ein großes Lernfeld für den einzelnen Jugendlichen. Gemeinsam kochen und das Programm mitgestalten fördern Klarheit und Eigenverantwortung. Damit schließt sich der Kreis zur Wertigkeit einfacher Kommunikationsregeln und konstruktiver Konfliktlösungen.