Der Schulstart ist für Kinder aufregend. Und für Eltern auch. Neue Klassen, neue Lehrer, neue Fächer – und plötzlich sind all die Fragen wieder da: Wird mein Kind gut zurechtkommen? Findet es Freunde? Kommt es mit den Anforderungen klar?
Ganz schön viel für den Anfang?!
Ein Schuljahr ist kein Leistungstest fürs ganze Leben
Rund um den Schulstart entsteht schnell der Eindruck, dass jetzt alles besonders wichtig ist: die Hausaufgaben, die Noten, das gute Verhalten. Natürlich ist Schule wichtig, aber da gibt es noch mehr: Ein Kind kann in Mathematik gerade ratlos vor einem Arbeitsblatt sitzen und gleichzeitig ein wunderbarer Freund sein. Es kann beim Lesen noch stolpern und dafür genau merken, wenn es jemandem nicht gut geht. Es kann eine schlechte Note schreiben und ein toller Sportler sein.
Lotta rechnet schon bis 100
Kinder entwickeln sich nicht im Gleichschritt. Sie haben unterschiedliche Stärken und Interessen. Das gilt es als Eltern auszuhalten – gerade dann, wenn der Vergleich mit anderen lockt. Denn das Kind von nebenan wirkt immer so organisiert und aufgeräumt. Das eigene sucht (wiedermal) seinen Turnbeutel, der später an einem Ort auftaucht, wo ihn keiner gesucht hat. Und während ich diese Zeilen schreibe, frage ich mich in welchem Beruf man diese Qualität wohl später brauchen kann - Spieleentwickler:in? Zauberer:in?
Eltern müssen nicht alles im Griff haben
Die gute Nachricht zum Schulanfang: Eltern müssen nicht perfekt sein. Sie müssen nicht jeden Nachmittag motivierte Lernbegleitung sein und auch nicht auf jede Rechenaufgabe die richtige Antwort wissen – KI kann es eh besser . Kinder brauchen keine perfekten Eltern. Sie brauchen Menschen, die sie nach einem blöden Tag einfach in den Arm nehmen.
Sie brauchen Menschen, die ihnen glauben, dass Lernen richtig schwer sein kann.
Und manchmal reicht auch: „Komm, wir essen jetzt erst einmal etwas.“
Was wirklich Mut macht
Vielleicht lohnt es sich deshalb, neben der Frage „Was hat mein Kind geschafft?“ auch andere Fragen zu stellen:
Was hat es sich getraut?
Woran ist es drangeblieben?
Wann hat es Hilfe angenommen?
Denn Lernen bedeutet auch Ausprobieren, Scheitern, Fragen und Neu-Anfangen.
Und sollte der Start grad ein wenig holprig verlaufen, hilft es manchmal die Perspektiven zu verändern: Was hätte ich mir als Kind in der Situation gewünscht?
...und dann gibt es noch unsere Mutmachkarten:
Unsere Mutmachkarten schenken Kindern stärkende Gedanken für den Schulalltag – und vielleicht auch Eltern den einen oder anderen Satz, den man selbst manchmal gerne hören würde.