
Für eine Stunde am Tag tun wir so, als gäbe es einen Stromausfall. Die Lampen werden durch Kerzen ersetzt, Handy und Laptop durch Gespräche auf dem Sofa, das Hörspiel durch Geschichten, die wir uns gegenseitig erzählen, und das Radio durch selbst gesungene Lieder – laut, leise, schief oder wunderschön.
… passiert etwas Magisches.
Diese Stunde fühlt sich anders an.
Sie macht ein kribbeliges, warmes Gefühl im Bauch, weil sie uns aus dem gewohnten Alltag herausholt. Die Zeit wird langsamer, die Stimmen leiser, die Nähe größer. Wir rücken zusammen, lachen mehr und sind einfach da – miteinander.
Gerade im Winter spüren wir so wieder das, was wir uns eigentlich immer wünschen: Geborgenheit, Ruhe und echte Verbindung.
Für Kinder wird diese „Stromausfall-Stunde“ schnell zu einem kleinen Abenteuer:
Jedes Kind darf eine Kerze anzünden (natürlich gemeinsam und sicher) und sich etwas wünschen.
Geschichten im Dunkeln
Einer beginnt mit einem Satz – und jeder erzählt ein Stück weiter. Lustig, spannend oder märchenhaft.
Schattenspiele
an der Wand mit Händen oder selbst gebastelten Figuren.
Gemeinsam singen
alte Kinderlieder oder erfundene Quatschlieder.
Kuscheldecken & Kakao
Deckenlager im Wohnzimmer, warmer Tee oder Kakao in der Hand – schon fühlt es sich wie Urlaub an.
Kleine Aufgaben
Wer hört das leiseste Geräusch? Wer findet sich im Dunkeln am besten zurecht?
Kinder lieben diese besondere Zeit, weil sie merken:
Jetzt geht es nur um uns. Nicht um Termine, nicht um Ablenkung – sondern um Nähe.
Vielleicht ist es nur eine Stunde.
Aber sie verändert den ganzen Abend.
Man geht ruhiger ins Bett, fühlt sich verbundener, ein bisschen dankbarer. Und manchmal wünschen sich die Kinder am nächsten Tag schon wieder:
„Machen wir heute wieder Stromausfall?“
Diese kleine Pause vom Alltag kostet nichts – und schenkt so viel. Vielleicht ist sie genau das, was wir gerade brauchen.