Seit vergangenem Samstag hat auch Feldkirch eine - eine Heilige Pforte. Ein Jahr lang bleibt sie geöffnet und wer durch sie hindurchgeht, hat u. a. auch Aussichten auf einen Sündenablass.

Doch das ist erstens lange nicht alles und steht zweitens erst am Schluss dieser Geschichte. Denn am Anfang steht das "Jahr der Barmherzigkeit", das Papst Franziskus am 8. Dezember eröffnet hat. Es soll Anlass sein, sich als Kirche, als Christ/innen und Menschen bewusst mit dem Begriff der "Barmherzigkeit" und seinen verschiedenen Facetten auseinanderzusetzen. Eine davon ist auch der Umgang mit Schuld und begangenen Fehlern. Die "Heiligen Pforten", die Papst Franziskus am Petersdom und den Hauptkirchen von Rom für dieses Jahr geöffnet hat, sind Symbol dafür. Ein Durchschreiten der Pforten ist verbunden mit einem Sündenablass - vorausgesetzt man bereut das Begangene. Übrigens hat Papst Franziskus auch alle Türen in den Gefängnissen Roms zu Heiligen Pforten erklärt.

Geöffnete Türen

Und was man in Rom vormacht, dem steht man auch in Feldkirch nicht nach. So war es der Wunsch des Papstes, dass in allen Diözesen weltweit Heilige Pforten eröffnet werden und als sichtbares Zeichen des "Jahres der Barmherzigkeit" ein Jahr lang geöffnet bleiben. So öffnete Bischof Benno Elbs mit den Worten " Ich bin die Tür; wer durch mich hineingeht, wird gerettet werden; er wird ein- und ausgehen und Weide finden" (Joh 10,9) die "Heilige Pforte" am Feldkircher Dom.

Smartphone und Rettungsdecke

Gestaltet wurde sie vom Bregenzerwälder Künstler Manfred Egender, der den Begriff der "Barmherzigkeit" mit den konkreten Herausforderungen der Gegenwart kombinierte. So ist auf zwei Rollos, die sich gegengleich öffnen und schließen, zum einen der Schriftzug "b arm herzigkeit" zu lesen und zum anderen ein Smartphone abgebildet, das in eine jener Rettungsdecken gewickelt ist, mit denen sich die Menschen auf der Flucht an den Grenzen Europas vor der Kälte zu schützen versuchen. Egenders Pforte öffnet so den Raum für Interpretationen, die vielleicht schon mit der Entscheidung beginnen, unter welcher Rollo-Seite man die Pforte durchschreitet. Im Inneren des Domes erinnern sieben Stelen dann schließlich an die sieben neuen Werke der Barmherzigkeit und laden zum Verweilen im Dom ein.

Rund 100 Interessierte nutzen auch gleich die Gelegenheit und betraten direkt nach der Eröffnung den Dom durch die "Heilige Pforte".

Nach Ablauf des "Jahres der Barmherzigkeit" werden die Heiligen Pforten am Petersdom und den Hauptkirchen Roms übrigens wieder zugemauert und erst im nächsten Heiligen Jahr wieder geöffnet.

Die Predigt von Bischof Benno Elbs zur Eröffnung der Heiligen Pforte am Dom finden Sie hier.

 

Weitere Pforten in Vorarlberg

Venser Kapelle, Vandans

Kloster St. Peter, Bludenz
Sa 19. Dezember, 9 Uhr, Eröffnungsgottesdienst mit Bischof Benno Elbs

Pfarrkirche Schoppernau