2002 in Bludenz. Hunderte Menschen kämpften um "Olympisches Gold". Auszeichnungen für Menschen mit Behinderung. Speziell die Leistungen. Speziell die Begegnungen. Speziell wertvoll die Erfahrungen. Jeder Mensch hat seine Fähigkeiten. So viel ist gewiss. Der kommende 21. April ab 22.30 Uhr steht bei "kreuz und quer" ganz im Zeichen des "Kinderwunsches".

Eröffnet wird der Abend mit Michael Cencigs Film "Das etwas andere Wunschkind" über eine Vorarlberger Mutter, die sich dafür entschieden hat, ein Kind mit Downsyndrom zur Welt zu bringen. Danach, um 23.00 Uhr, stellen Krystina Romocki und Nell Thomas in ihrem Film "Wir adoptieren einen Embryo" eine neuartige Form der Adoption vor.

Das etwas andere Wunschkind

Eine Reportage von Michael Cencig

Während manche Menschen keine Kosten und Mühen scheuen, um sich ein perfektes Designer-Baby zu beschaffen, hat sich die Vorarlberger Werbetexterin Simone Fürnschuß-Hofer für ein Wunschkind der anderen Art entschieden: Sie hat Valentin, ein Kind mit Downsyndrom, zur Welt gebracht - entgegen der heutzutage üblichen Praxis. Denn mehr als 90 Prozent aller Schwangerschaften, bei denen das Downsyndrom diagnostiziert wird, werden abgebrochen. Fürnschuß-Hofer hat über ihr Wunschkind ein Buch verfasst - der Titel: "Das Leben ist schön. Besondere Kinder, besondere Familien". Zur Präsentation des Buches kam auch der Spanier Pablo Pineda - er ist der bisher einzige Europäer mit Downsyndrom, der ein Hochschulstudium absolviert hat. Die von Michael Cencig gestaltete Reportage  "Das etwas andere Wunschkind"  erzählt darüber hinaus vom Alltag der Familie Fürnschuß-Hofer und thematisiert die Entwicklung des Downsyndrom-Kindes Valentin, dessen Kreativität besonders gefördert wird.

Wir adoptieren einen Embryo

Eine Dokumentation von Krystina Romocki und Nell Thomas

Die moderne Fortpflanzungsmedizin verhilft vielen unfruchtbaren Paaren zu einem Kind, doch sie wirft auch viele ethische und rechtliche Fragen auf. So ist nicht genau geklärt, was mit den überzähligen Embryonen geschehen soll, die bei jeder künstlichen Befruchtung im Reagenzglas anfallen. Bisher wurden diese Embryonen in einem sehr frühen Entwicklungsstadium tief gefroren und später - je nach Gesetzeslage - entweder für die Forschung verwendet oder vernichtet.

Für viele Menschen sind tief gefrorene Embryonen -  selbst wenn sie nur aus wenigen Zellen bestehen - ungeborene Menschenkinder, die nicht getötet werden dürfen. Besonders die christliche Rechte in Amerika setzt sich für den Schutz der Embryonensein. So hat in Kalifornien ein christliches Adoptionsvermittlungsinstitut das Projekt "Snowflakes" ins Leben gerufen. Diese Initiative verfolgt das Ziel, Adoptiveltern für überschüssige Embryonen zu finden. Das ist in den Vereinigten Staaten derzeit weder legal noch illegal, viele rechtliche und ethische bleiben Fragen offen. Wer sind die wahren Eltern dieser Kinder? Hat die biologische Mutter das Recht, ihr Kind zurückzufordern? Könnte die austragende Mutter das Kind wieder zurückgeben, wenn es behindert sein sollte? Und wie verkraftet eine Frau die Tatsache, dass ihr biologisches  Kind von einer anderen Frau ausgetragen und aufgezogen wird?

Krystina Romocki und Nell Thomas stellen drei unfruchtbare Paare vor, die sich auf diese Weise ihren Kinderwunsch erfüllt haben. Weiters kommen auch zwei Paare zu Wort, die ihre überzähligen Embryonen zur Adoption freigeben haben. Alle fünf Paare erzählen sehr offen von ihren Erwartungen und von ihren Ängsten, die mit dieser Entscheidung verbunden waren.

"kreuz und quer", 21. April, 22.30 Uhr, ORF 2.