Ehrenamtliches Helfen wird bei der Lernhilfeaktion der Diözese Feldkirch groß geschrieben. Seit über 30 Jahren können Volksschulkinder mit migrantischem Hintergrund zu sogenannten Lernpatinnen und Lernpaten kommen, wo sie nicht nur schulisches Wissen vermittelt bekommen, sondern quasi nebenbei auch "besser integriert" werden. Am Montagabend wurde das Projekt nun vom Land Vorarlberg offiziell ausgezeichnet: mit dem Integrationspreis.

Der Preis richtet sich an Gemeinden, Institutionen, Vereine und Personen in Vorarlberg, die Integrationsarbeit auf ehrenamtlicher Basis leisten. Insgesamt gingen 49 Bewerbungen für die vier Kategorien ein. Bewertet wurden sie von einer vierköpfigen Jury. Diese bestand aus Beda Meier (Leiter der Integrationsförderung des Kantons St. Gallen), Evelyn Fink-Mennel (Musikerin), Kenan Güngör (Experte in Integrations- & Diversitätsfragen) und Bgm. Mag. Harald Sonderegger (Gemeindeverbandspräsident).

Diözese Feldkirch gewinnt Preis
Das Lernhilfe Projekt der Diözese Feldkirch gewann den Integrationspreis in der Kategorie "Institutionen mit ehrenamtlicher Beteiligung". Insgesamt gab es sieben Bewerbungen für diesen Bereich. In den anderen Sparten gewannen die Gemeinde Hohenems (Projekt [zusammen leben]), FC Tosters (Integrieren und Profitieren) sowie das Projekt „Grenzenlos Kochen“ von Doris Amann, Ilse Fraisl und Elisabeth de Lima.

Seit 30 Jahren
Derzeit werden über ein landesweites Netzwerk ca. 120 Volkschulkinder mit migrantischem Hintergrund von ehrenamtlichen Lernpat/inn/en und Lehrer/innen sowie Schuldirektor/innen unterstützt. Dadurch werden seit mittlerweile über 30 Jahren die Leistungen der Kinder verbessert, was ihnen eine bessere Chance zur Integration in die Gesellschaft bietet. Die Lernhilfekoordinatorin Frederike Winsauer von der Diözese Feldkirch sagt zu dem Projekt: „Da ist die Möglichkeit die heimische Familie in allen Lebensbereichen kennen zu lernen. Da ist die Möglichkeit den Kontakt spielerisch von den Kindern zueinander zu fördern und dadurch die sprachlichen Fähigkeiten zu verbessern.“

Mehrere Ebenen
Für Dr. Michael Willam von der Diözese Feldkirch ist die Niederschwelligkeit und die integrative Förderung auf mehreren Ebenen das besondere an diesem Projekt. Zu den Teilnehmer/innen erklärt er: „Über Lehrkräfte und Schuldirektoren wird zu Beginn des Schuljahres der Bedarf erhoben. Oft sind es die Mütter und Väter von Klassenkamerad/innen, welche die Kinder bei sich aufnehmen, um gemeinsam die Hausaufgaben zu machen.“ Für ihn ist, genauso wie für Frederike Winsauer, der Kontakt der Menschen ein besonderer Aspekt: „Es ist öfters der Fall, dass die ganze einheimische Familie von der Familie des Kindes zu einer Art „Dankesessen“ eingeladen wird. Das wiederum ist von unschätzbarer Bedeutung in einer Gesellschaft, in welcher die Gefahr droht, dass die Menschen nebeneinander her leben, ohne sich zu begegnen oder zu kennen.“

 

Von Simon Felizeter veröffentlicht am 27.09.2011

Zugehörige Themen

Familien | Ehrenamt | Kinder & Jungschar & Minis